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Rohstoffe

Sorgen wegen zu früher Coronalockerungen drücken Ölpreis

Eine neue Infektionswelle könnte die langsame Erholung der Weltwirtschaft bedrohen.

Die Ölpreise haben im asiatischen Handel am Mittwoch nachgegeben. Am Markt überwog die Sorge, dass zu frühe Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen eine neue Corona-Infektionswelle zur Folge haben könnten.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent lag in der Früh bei 29,51 US-Dollar (27,18 Euro). Das waren 47 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 19 Cent auf 25,59 Dollar.

In einigen asiatischen Staaten wie China und Südkorea waren die Fallzahlen in der Coronakrise erneut gestiegen, auch in Deutschland wurden die gesetzten Grenzwerte für Neuinfektionen in einigen Regionen zuletzt wieder überstiegen. Auch der US-Immunologe Anthony Fauci hatte am Dienstag während einer per Video übertragenen Aussage vor einem US-Senatsausschuss vor zu schnellen Lockerungen gewarnt, dies könne ernste Konsequenzen haben.

Eine neue Infektionswelle könnte die langsame Erholung der Weltwirtschaft bedrohen. Laut US-Energieminister sei die nationale Ölindustrie auf dem aufsteigenden Ast, während der Interessenverbands American Petroleum Institute (API) am Dienstagabend sinkende Rohöllagerbestände am Hauptumschlagplatz für US-Öl in Cushing meldete. Sollte die US-Regierung bei der Veröffentlichung der offiziellen Lagerdaten am Nachmittag diese Entwicklung bestätigen, wäre es der erste Rückgang der Reserve in Cushing seit Februar.

Auch in China zogen die Preise für einige Ölsorten zuletzt stark an. Grund war laut Marktbeobachtern die wieder anlaufende Produktion in den Raffinerien. Laut Händlern werde dieser Trend ohne eine weitere Erholung der Margen und sinkende Lagerbestände jedoch schwer durchzuhalten sein.

(APA/dpa)