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Coronakrise und Wirtschaft

Italien will eine halbe Million Schwarzarbeiter legalisieren

Mangels Erntehelfern muss Italien heuer schon mindestens ein Drittel der Ernte abschreiben.REUTERS
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Illegale Beschäftige in Landwirtschaft und Haushalten profitieren, weil wegen der Corona-Reisesperren zahllose Arbeitskräfte etwa aus Osteuropa ausbleiben.

Italiens Regierung hat am Mittwoch Einigung über ein Dekret zur Legalisierung der in Landwirtschaft und Haushalten schwarz beschäftigten Saisonarbeiter erreicht. Damit könnten rund 300.000 Schwarzarbeiter und 200.000 illegal beschäftigte Haushaltshilfen legalisiert werden.

Ausländer, die schon 2019 in der Landwirtschaft gearbeitet hatten, sollen zunächst Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für sechs Monate bekommen. Hausangestellte mit abgelaufenen Genehmigungen sollen legalisiert werden, hieß es. Das Dekret muss noch präsentiert werden.

Die Regierung handelt primär unter dem Druck der Landwirtschaft, die schwere Einnahmenrückgänge wegen der fehlenden Saisonkräfte befürchtet, da viele Erntehelfer aus Ost- und Südosteuropa wegen der Corona-Krise nicht nach Italien kommen konnten.

Sorge um Weinernte im Herbst

Laut Ettore Prandini, Präsident des Landwirtschaftsverbands, hat der Agrarsektor im April bereits 35 Prozent seiner Produktion wegen der fehlenden Erntehelfern verloren, im Mai und in den nächsten Monaten könnte der Rückgang 40 Prozent betragen.

Coldiretti fordert, dass Italien wie bereits Deutschland und Großbritannien Korridore für Osteuropäer einrichten solle, die befristet legal angestellt werden sollen. Der Landwirtschaft drohe sonst ein Verlust von fünf Milliarden Euro an Exporten, warnte er. Wichtig sei es vor allem für die Weinernte im September qualifizierte Kräfte zu finden.

(APA)