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Die neuen „Schulen für morgen“: Ohne Ölkessel und mit mehr Platz für Lehrer

Die neu- bzw. umgebauten Schulen sollen mehr Platz bieten und heller sein.
Die neu- bzw. umgebauten Schulen sollen mehr Platz bieten und heller sein.Clemens Fabry
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Der Bund investiert in den nächsten zehn Jahren 2,4 Mrd. Euro in den Neu- und Umbau. Schulen sollen anders als bisher aussehen.

Etwa alle zehn Jahre legt der Bund einen neuen Plan für den Aus- und Umbau von Schulen vor. Am Mittwoch stand auch diese Präsentation im Zeichen der Coronakrise. Die Schulbauoffensive sei „ein Konjunkturmotor für die regionale Wirtschaft“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sehnte bereits eine „Vollauslastung der Bauwirtschaft“ herbei.

Tatsächlich wird viel investiert. In den kommenden zehn Jahren budgetiert der Bund 2,4 Milliarden Euro für den Neubau, die Erweiterung und Sanierung von Schulen. Das ist etwas mehr als beim letzten Ausbauplan. Konkret geht es dabei um die Bundesschulen – also um Gymnasien und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS). Es soll rund 270 Bauprojekte in ganz Österreich geben.

Neugebaut und saniert wird vor allem in Wachstumsregionen. Dazu zählen Wien und Umgebung genauso wie die Landeshauptstädte und die Zentralregionen (siehe Grafik). In der Hauptstadt sollen bis 2030 sechs neue AHS-Bauten realisiert werden – Langformen am Nordwestbahnhof (Leopoldstadt), beim Eurogate (Landstraße), in Rothneusiedl (Favoriten), An den Eisteichen (Meidling) sowie in der Winkeläckerstraße (Floridsdorf) sowie ein Sport-Oberstufenrealgymnasium beim Austria-Stadion (Favoriten). Dazu kommen ein HTL-Neubau in der Brünnerstraße (Floridsdorf) sowie eine neue Handelsakademie im Süden Wiens.

Auch in Linz-Umgebung entstehen zwei neue AHS-Langformen sowie ein Oberstufenrealgymnasium. In Niederösterreich sind fünf neue AHS-Bauten in Planung und zwar in Tullnerbach (Expositur), in Klosterneuburg sowie drei noch ohne konkrete Ortsangabe. In der Steiermark entstehen drei neue AHS-Langformen und in Tirol und Vorarlberg jeweils ein Oberstufenrealgymnasium.

Es sollen nicht mehr Schüler in die AHS gehen

Insgesamt soll es dadurch aber nicht zu einer Erhöhung des Prozentsatzes der Schüler, die nach der Volksschule ins Gymnasium wechseln, kommen. Nur unter dieser Voraussetzung werden Standorte neu gebaut oder erweitert. Es wird damit also nur ein Zuwachs der allgemeinen Schülerzahl in der Region abgefedert.

Die „Schule von morgen“, wie sie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei der Präsentation nannte, soll übrigens anders aussehen als die bisherigen Bauten. Die neuen Gebäude sollen ökologischer sein. Die Ölheizungen müssen, dort, wo es sie noch gibt, raus und Photovoltaik oder Geothermie soll eingesetzt werden. Augenmerk wird auf die Qualität der Raumluft und des Lichteinfalls gelegt. Außerdem soll künftig jede neu- oder umgebaute Schule an ein leistungsgfähiges Glasfasernetz angeschlossen werden. In den Gebäuden wird es WLAN geben.

Die „Schule von morgen“ wird immer öfter eine ganztägige sein. Das wird sich im Schulbau bemerkbar machen. Es soll Mensen, Aufenthalts-, Lern- und Ruheräume geben. Die Unterrichtsräume werden nicht mehr für eine Klasse, sondern für ein Fach reserviert sein. Überhaupt soll es mehr offene Lernzonen für einen flexiblen Gruppenunterricht geben. So schildert das der Bildungsminister.

Er sprach auch die Arbeitsplätze der Lehrer an. Der kleine Schreibtisch und das Bücherfach im Konferenzzimmer sollen der Vergangenheit angehören. Es braucht kleinere Raumeinheiten. „Wenn wir Lehrende länger in der Schule haben wollen (. . .), dann müssen wir diesen auch mehr Platz geben“, so Faßmann.