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Weibliche Perspektive

Fotoprojekt: Wie Frauen die Coronakrise erleben

Streetart in Dublin.
Streetart in Dublin.(c) REUTERS (Jason Cairnduff)
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Ein Fotoprojekt zeigt Einblicke in das Leben von Frauen auf der ganzen Welt während der Coronakrise.

Werden Frauen in Zeiten von Corona verstärkt in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt - und somit überwunden geglaubte Rollenklischees wiederbelebt? Übernehmen sie den Großteil der Pflegearbeit? Und sind sie es, die noch stärker von Jobverlust und Existenzängsten betroffen sind? Nimmt die häusliche Gewalt gegen Frauen zu? Werden Frauen nun weiter in den Hintergrund gedrängt - wie etwa in politischen Diskussionen, in denen vor allem männliche Experten zu Wort kommen? Wie geht es Frauen in Zeiten von Corona?

Die Fotografinnen Charlotte Schmitz und Hannah Yoon haben sie direkt gefragt. „Was wäre, wenn hunderte kreative Fotografinnen aus über hundert Ländern ihre privaten Räume und ihr tägliches Leben während der Pandemie dokumentierten?“. Ein Aufruf auf Facebook, der in Zeiten gestartet wurde, in denen viele Fotografen ihr Einkommen und ihre Arbeitsmöglichkeiten verloren, galt als Startschuss für das Projekt „The Journal“.

„Es entstand ein globales Gemeinschaftsprojekt. Über 400 Fotografinnen schickten uns ihre Beiträge“, erzählt die US-Fotografin Yoon aus Philadelphia gegenüber der „Presse“. Gemeinsam mit der Berliner Fotografin Schmitz betreute sie fortan die Aktion. „Nie hätten wir gedacht, dass so viele Frauen teilnehmen möchten. Aber es hat uns gezeigt, wie sehr wir einander in diesen Zeiten brauchen."

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CAMARADERIE | Caroline Gutman (@carolinegutman) is an independent photojournalist based in San Francisco, CA. 01_I've been walking in my neighborhood, Bernal Heights, every day since San Francisco announced Shelter in Place, documenting signs of my neighbors' presence and their messages of hope and camaraderie. 02_On my way home one evening, I took a shortcut on the hill behind my house and came across a beach ball exactly where it should be. 03_I’ve discovered sourdough starters stapled to trees, freshly clipped rosemary in baskets and ripe lemons sitting on chairs -- offered to passersby in the right place at the right time. These small acts of kindness have made me feel a stronger sense of community. 04_There’s a sense of neighborhood pride -- maybe even more so during lockdown--, and the decorations and trimmings give me joy when I find them. 05_The small glimpses I’ve had of my neighbors on my walks has given me hope for what our post-lockdown neighborhood will become. MEMORY| Isadora Kosofsky @isadorakosofsky is a documentary photographer based in Los Angeles. 06_My mother takes a walk. During quarantine, I have documented my mother, as she navigates being stuck with my father everyday in a space where a history of domestic violence exists. 07_My mother’s water and lemon that she drinks every morning. 08_My mother puts on makeup in the afternoon in her bathroom. 09_My father’s shadow on the wall. 10_My mother after waking up. #womenphotograph #thejournal #covid19

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Die Fotografinnen werden in Gruppen eingeteilt, in denen sie zusammenarbeiten. Oft entstehen dabei Fotoserien zu einem bestimmten Thema. Die Frauen entscheiden dabei selbst, welche Bilder sie zeigen wollen - aus ihren privaten Räumen, die zum Zentrum ihres Lebens geworden sind, von ihren Familien oder intimen Momenten. Auf der Fotoplattform Instagram werden sie veröffentlicht, wo auch der Kontakt zu anderen Teilnehmerinnen hergestellt wird und man sich gegenseitig inspirieren und motivieren kann.

„Wir haben 'The Journal' gegründet, um uns auf persönliche, emotionale und psychologische, zur selben Zeit aber kollektive Erfahrungen zu konzentrieren, die Frauen während dieser Krise machen“, so die Initiatorin. „Diese Erzählungen müssen in die Geschichte dieser Zeit geschrieben werden: Es sind Geschichten, die in den Mainstream-Medien nicht zu sehen, aber ebenso wichtig sind."

„The Journal“ sieht sich als Teilprojekt von „WP“, „Woman Photograph“, einem Netzwerk von freischaffenden Fotografen und Kunstschaffenden, das sich auf die Arbeit von fotografierende Frauen und transsexuellen Menschen konzentriert - und ihnen Raum und eine Stimme geben möchte.

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