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Kolumne

Austria's Biggest Loser

Sprechblase Nr. 341. Warum jetzt kaum jemand von Mindereinnahmen, Nullwachstum oder negativem Zuwachsraten spricht.

Es klingt beinahe lächerlich, worüber man in den Prä-Covid-19-Zeiten jammerte. Etwa über die Wortkonstruktionen, die kaschieren sollten, dass es wirtschaftlich doch nicht so gut läuft wie erwartet. Heute spricht niemand mehr von – Achtung, Sprechblasen – Mindereinnahmen, Nullwachstum oder gar von negativen Zuwachsraten. Diese Euphemismen sind mit der Krise verschwunden.

Tatsächlich ist die Lage ernst, für manche existenzbedrohend. Dennoch ist es wenig hilfreich, wenn Manager einen Ableger der TV-Show „Biggest Loser“ veranstalten und zur Schau tragen, wie viel ihr Unternehmen verloren hat.

Das Beruhigende ist: Ihr - sogenanntes - Narrativ, das eigene Unternehmen sei das größte Opfer der Krise, wird sich nur kurz halten. Schon bald werden sie wieder zeigen, wie viel ihr Haus zulegen kann – und das mit kreativen Wortkonstruktionen betonen.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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