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Feldversuch Fußball

Am Wochenende blickt die Welt nach Deutschland. Die ganze Welt? Also gut, die gesamte Fußballwelt.

Seit zwei Monaten ruht der Ball in den großen internationalen Ligen – und in der britischen Premier League, der spanischen Primera División oder Italiens Seria A sogar noch auf Wochen hinaus. In der deutschen Bundesliga geht indessen der 26. Spieltag in leeren Stadien über die Bühne – und das gleich mit dem Revierderby Dortmund gegen Schalke. Nicht einmal für Teamchef Jogi Löw öffnen sich die Tore. Hunderte Millionen Fans werden via TV dabei sein, bis nach Shanghai, wo Marko Arnautović längst auf seinen Einsatz harrt.

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In den „Corona Diaries“ ist diesmal „Presse"-Sportchef Markku Datler zu Gast. Die Folge können Sie direkt hier anhören. Weitere Folgen finden Sie hier.

Auf der Insel ist die Not so groß, dass die Londoner „Daily Mail“ einen Leitfaden für die britischen Fans erstellt hat. Liverpool entspricht demnach Dortmund: Klar, wegen „Kloppo“, dem Kulttrainer, der Begeisterung, der Hymne. Frankfurt gegen Mönchengladbach sei das Äquivalent von Arsenal gegen Chelsea. Na ja. Und Manchester United? Ist selbstverständlich Bayern München.

Fußball in Coronazeiten: Ist das noch Fußball? Ohne Blutgrätsche, Spucken, Kratzen, Beißen und Würgen. Ohne Shakehands, Jubelorgien und Trikottausch. Ein Feldversuch. Nur eines ist gewiss: Am Ende werden die Bayern die Meisterschale in den weiß-blauen Fußballhimmel stemmen, zum achten Mal in Folge.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2020)