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Leitartikel

Warum in Österreich Spitalsbetten nicht reduziert werden sollten

WIEN: BAUSTELLENFUeHRUNG KRANKENHAUS NORD
Österreich hat nicht zu viele Spitalsbetten. Sie werden nur nicht optimal eingesetzt.HANS KLAUS TECHT / APA / picture
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Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise galt die hohe Bettendichte als härteste Währung. Mit den sinkenden Infektionszahlen verliert sie wieder an Wert.

Schon beachtlich, wie undifferenziert diese Debatte geführt wird. Im Vergleich zur jüngsten Volatilität des Kurses österreichischer Spitalsbetten wirken sogar Bitcoins wie eine stabile Währung. Galt die im OECD-Vergleich hohe Bettendichte vor der Corona-Krise noch als eines der größten Probleme des Gesundheitssystems, hätte man sie während der rasanten Ausbreitung des Virus im März nicht einmal gegen pures Gold eingetauscht.

Nun, da die Epidemie unter Kontrolle ist und viele der Betten gar nicht gebraucht wurden, stellen manche Experten ihren Nutzen wieder infrage. Denn nicht sie hätten einen medizinischen Notstand verhindert, sondern die Disziplin der Bevölkerung, die sich an die verordneten Maßnahmen gehalten habe. 7,4 Betten pro 1000 Einwohner seien bei einem Europaschnitt von 5,1 Betten einfach zu viel, schließlich gehörten Spitalsbetten zu den teuersten medizinischen Ressourcen.