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Corona-Krise

Italien ruft zu Aufhebung der Reise­beschränkungen auf

Di Maio ruft zu Grenzöffnungen auf
Di Maio ruft zu Grenzöffnungen aufimago images/Independent Photo A
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Mit dem Ende des Lockdowns in Italien ruft die Regierung in Rom die EU-Länder zum Neustart des Tourismus auf. Außenminister Luigi Di Maio: "Nach dieser Phase der Epidemie, müssen alle EU-Länder ihre Grenzen öffnen.“

Mit dem Ende des Lockdowns in Italien ruft die Regierung in Rom die EU-Länder zur Aufhebung der Reisebeschränkungen und zum Neustart des Tourismus auf. "Nach dieser Phase der Epidemie, müssen alle EU-Länder ihre Grenzen neu öffnen und Regeln teilen, damit die Touristen in diesem Sommer in Sicherheit reisen können", sagte der italienische Außenminister Luigi Di Maio in einer Videobotschaft.

In seinem Appell nach einem Treffen in Videokonferenz mit Vertretern von acht EU-Ländern, darunter Österreich und Deutschland, erklärte Di Maio am Montag, dass Italien bereit sei, ausländische Touristen wieder zu empfangen. Di Maio begrüßte die Aussagen seines deutschen Amtskollegen Heiko Maas, wonach es zu keinen bilateralen Abkommen unter EU-Mitgliedstaaten zur Regelung der Tourismusströme im Sommer kommen wird.

"Wir müssen zusammenarbeiten. Italien wird den EU-Partnern regelmäßig die epidemiologischen Zahlen Region für Region liefern. Italien handelt auf transparente Weise", betonte Di Maio. Maas und den Kollegen aus den anderen EU-Ländern habe er die Sicherheitsvorkehrungen vorgestellt, die Italien für die bevorstehende Sommersaison zu ergreifen plane.

Mehr Bewegungsfreiheit zwischen den Regionen wird es erst ab 3. Juni geben. Ab diesem Datum können auch Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich danach einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen.

Tägliche Todeszahlen erstmals unter 100

Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle in Italien ist seit Anfang März erstmals unter 100 gesunken. Am Montag wurden 99 Todesopfer gemeldet, am Sonntag waren es noch 145, teilte der Zivilschutz mit.

Die Zahl der Verstorbenen seit Beginn der Pandemie in Italien am 20. Februar überschritt damit die 32.000-Schwelle und stieg auf insgesamt 32.007. Die Zahl der aktiv Infizierten fiel in 24 Stunden von 68.351 auf 66.553. In Italiens Spitälern lagen noch 10.207 Covid-19-Erkrankte. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen sank auf 749. In Heimisolation befinden sich noch 55.597 Personen. Die Zahl der Genesenen stieg auf 127.326.

In der Lombardei, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, wurden innerhalb von 24 Stunden 24 Tote gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der dort Verstorbenen auf 15.543. Die Zahl der aktuell Infizierten lag in der gesamten Region bei 27.073. Die Zahl der Covid-19-Kranken in der lombardischen Spitälern betrug 4.482 Personen, 252 davon lagen auf Intensivstationen. Das sind drei weniger als am Vortag.

Am Montag ist es in Italien zu weiteren Lockerungen der Maßnahmen mit dem Neustart von Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus gekommen. Restaurants, Bars und Friseursalons konnten wieder öffnen - zwei Wochen früher als ursprünglich geplant. Die Italiener dürfen auch wieder Freunde und Gottesdienste besuchen. Versammlungen größerer Gruppen bleiben vorerst verboten.

Mehr Bewegungsfreiheit zwischen den Regionen wird es erst ab 3. Juni geben. Ab diesem Datum können auch Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich danach einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen.

Raffael-Ausstellung in Rom öffnet am 2. Juni

Die große Raffael-Schau anlässlich des 500. Todestags des Universalgenies in Rom, die Anfang März wegen der Covid-19-Pandemie drei Tage nach der Eröffnung geschlossen werden musste, soll über Juni hinaus verlängert werden. Die Ausstellung kann ab 2. Juni bis 30. August besucht werden, teilten die Veranstalter am Montag mit.

"Die Ausstellung konnte dank der Solidarität der Sammler und der Museen verlängert werden, die die Werke geliehen haben", so die Organisatoren. Die Leihgaben stammen unter anderem aus den Uffizien in Florenz, dem Louvre in Paris, der Albertina in Wien, dem British Museum in London und der National Gallery of Art in Washington.

Die Kunstpräsentation startet mit dem Todesjahr und beleuchtet dann rückwärts das Schaffen des Malers und Architekten. Zu sehen sind rund 120 Gemälde und Zeichnungen Raffaels, der 1483 in Urbino in den Marken geboren wurde. Außerdem zeigt das Museum Werke aus seinem Umfeld, von Zeitgenossen, Skulpturen, Wandteppiche, Dokumente.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen sollen gegen das Coronavirus zum Schutz der Besucher sowie der Mitarbeiter des Ausstellungskomplexes ergriffen werden. "Wir sind bereit, die Besucher unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu empfangen. Die Schönheit der Werke wird uns die Kraft zum Neustart geben. Wir sind allen Museen dankbar, die uns die Möglichkeit zur Verlängerung dieser Ausstellung gegeben haben", so Mario De Simoni, Präsident der "Scuderie del Qurinale".

Die Ausstellung über den "Allround-Künstler" gilt als große Kulturattraktion Italiens in diesem Jahr und folgt einer großen Schau zu Ehren Leonardo da Vincis anlässlich seines 500. Todestags im vergangenen Jahr. "Die Raffael-Ausstellung ist eine große europäische Schau, die eine einmalige Zeit unserer europäischen Kultur ins Rampenlicht stellt", sagte De Simoni. Seit dem heutigen Montag sind viele Museen in Italien wieder offen.

(APA)