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EU-Finanzhilfen

Siemens-Chef fordert Fokus der Coronahilfen auf Zukunftsbranchen

Siemens-Chef Joe Kaeser
Siemens-Chef Joe Kaeserimago images/snapshot
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Joe Kaeser begrüßt den deutsch-französischen Vorstoß für eine größere technologische EU-Souveränität.

Siemens-Chef Joe Kaeser hat eine Konzentration der EU-Finanzhilfen zur Bekämpfung der Coronakrise auf Zukunftsbranchen gefordert. Kaeser begrüßte in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview den deutsch-französischen Vorstoß für eine größere technologische EU-Souveränität. Dies könne zu einer besseren Positionierung der EU im weltweiten Wettbewerb führen.

Allerdings mahnte er in Anspielung auf den vorgeschlagenen 500-Milliarden-Euro-Wiederaufbaufonds für schwer betroffene EU-Länder eine klare Ausrichtung an. "Wenn es alleine nur darum geht, wie notleidende Länder wieder auf die Beine kommen, dann wäre das zu kurz gedacht", sagte Kaeser. "Im Streben nach strategischer und technologischer Souveränität bringt dies Europa nicht weit voran."

Das könne nur gelingen, wenn die vielen Milliarden aus den EU-Programmen in Innovationsoffensiven flössen und nicht in rückwärtsgerichtete Bereiche, sagte Kaeser. "Europa mit seinen 500 Millionen Einwohnern kann schon der dritte große Spieler neben den USA und China sein. Aber dazu muss sich die Europa-Politik radikal fokussieren", mahnte er. Die Förderung müsse sich auf die Gebiete konzentrieren, in denen die EU und Deutschland noch führend seien in der Welt.

Als Beispiele nannte er Mobilität, Automatisierung, Gesundheitstechnik und Umwelttechnik. Skeptisch sieht Kaeser dagegen Anstrengungen zur Schaffung einer europäischen Cloud. Die nötige Größenordnung sei wegen der "Kleinteiligkeit der nationalen Interessen" kaum zu erreichen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag betont, dass die von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen zusätzlichen 500 Milliarden Euro eine Antwort auf die Krise in den Bereichen Gesundheit und Wirtschaft sein sollten. "Das sind nicht zwangsläufig Sektoren im Bereich der technologischen Souveränität", hatte er gesagt und auf den Tourismus verwiesen.

(APA/Reuters)