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Internetkriminalität

Hacker erbeuten Kreditkartendaten bei EasyJet

Airbus von EasyJetimago images/Pius Koller
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Daten von rund neun Millionen Kunden der britischen Billig-Airline mit großer Tochtergesellschaft in Österreich erbeutet. Die Betroffenen sollen in Kürze informiert werden.

Die britische Billigfluggesellschaft EasyJet teilte am Dienstag mit, Hacker hätten bei einem "hoch entwickelten" Angriff auf die E-Mail- und Reisedaten von rund neun Millionen Kunden sowie auf die Kreditkartendaten von mehr als 2000 Kunden zugegriffen.

Die Fluggesellschaft mit Sitz in Luton bei London, die die meisten Flüge aufgrund der COVID-19-Pandemie eingestellt hat und sich in einem langjährigen Kampf mit ihrem Gründer und größten Aktionär befindet, gab an, dass keine persönlichen Informationen missbraucht worden seien. "Wir nehmen Sicherheitsfragen sehr ernst und investieren weiter, um unser Sicherheitsumfeld weiter zu verbessern", heißt es in einer Erklärung an die Börse. In einem BBC-Bericht bestätigt das Unternehmen, bereits im Jänner erste Anzeichen für den Angriff bemerkt zu haben.

Man will die Betroffenen in den nächsten Tagen kontaktieren. Wer keine Nachricht erhalte, sei nicht betroffen, heißt es in der Mitteilung weiter. Details zu möglichen Urhebern wurden vorerst nicht genannt.

Das Unternehmen, die zweitgrößte Billig-Airline Europas, gab an, führende forensische Experten mit der Untersuchung des Problems beauftragt zu haben. Es hat auch das Büro des Informationskommissars und das National Cyber ​​Security Center benachrichtigt.

Hacker haben ihre Bemühungen verstärkt, um auf große Unternehmen und die Daten, die sie über Kunden haben, abzuzielen. British Airways wurde 2018 vom Diebstahl von Kreditkartendaten von Hunderttausenden seiner Kunden getroffen, während Cathay Pacific ebenfalls betroffen war.

Größte Fluglinie Österreichs

Easyjet, gegründet 1995 von dem jungen griechisch-zypriotischen Unternehmer Stelios Haji-Ioannou, hatte 2019 etwa 15.000 Angestellte und zuletzt etwa 340 Flugzeuge.

Angesichts des Austritts der Briten aus der EU wurde 2017 am Flughafen Schwechat in Niederösterreich eine Tochtergesellschaft namens „Easyjet Europe" gegründet, die weiterhin innerhalb der EU tätig sein und dabei alle Freiheiten des Binnenmarktes ausnützen kann. Sie besaß zuletzt etwa 140 Maschinen und ist damit mit Abstand die größte Fluggesellschaft Österreichs noch vor der AUA (84 Flugzeuge). Künftig soll sie sogar den Großteil aller Flugzeuge und Mitarbeiter der Mutterfirma EasyJet übernehmen.

(bagre)