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Coronakrise

Chilenisches Militär rückte in Armenviertel ein

CHILE-HEALTH-VIRUS-QUARANTINE-CHECKPOINT
Chilenische Soldaten und ein Carabinero (links) an einem Checkpoint in Santiago.APA/AFP/MARTIN BERNETTI
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Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Quarantänemaßnahmen entladen sich in Protesten sowie Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

Nach Plünderungen und gewaltsamen Protesten sind Einheiten der chilenischen Armee am Dienstag (Ortszeit) in ein Armenviertel der Hauptstadt Santiago de Chile eingerückt. Soldaten patrouillierten am Dienstag im Stadtteil El Bosque, wo es bei Protesten gegen die Corona-Ausgangssperre Zusammenstöße mit der Polizei gegeben hatte.

In Chile und Brasilien, das in Südamerika am stärksten von der Pandemie betroffen ist, war die Zahl der täglichen Corona-Toten so hoch wie noch nie - in Brasilien sogar erstmals mehr als 1000. In Santiago gilt seit Freitag Ausgangssperre, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dagegen gibt es zunehmend Proteste: In Mittelklasse- und Arbeitervierteln, wo viele Menschen ihre Arbeit verloren haben, gab es am Montag lautstarke Kundgebungen. Die Demonstranten riefen "Wir haben Hunger" oder "Wir müssen arbeiten".

Zusammenstöße im Armenviertel El Bosque, Santiago de Chile.APA/AFP/PABLO ROJAS

In Chile, an sich das wohlhabedste land Südamerikas, gelten fast zwölf Prozent der etwa 18 Millionen Einwohner als arm. Die wegen der Pandemie verhängten Beschränkungen verschärfen die Probleme.

(APA/AFP)