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Urlaub in Österreich

Coronatests sollen Österreich zum "sichersten Tourismusland" machen

Archivbild: Touristinnen am Hallstättersee.
Archivbild: Touristinnen am Hallstättersee.(c) REUTERS (LISI NIESNER)
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Bis zu 65.000 Tourismus-Bedienstete sollen pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. Das soll den Gästen Sicherheit bieten und einen Vorteil im internationalen Wettkampf um die Urlauber schaffen.

Der Sommer naht. Die Frage, wo man dieses Jahr seinen Urlaub verbringen kann, beschäftigt wegen der Coronaviruskrise auch die österreichische Bundesregierung. „Mit 29. Mai wird es wieder möglich sein, in Österreich Urlaub zu machen", erklärte Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) und Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer am Donnerstag. An diesem Datum öffnen neben Hotels auch die Freizeitbetriebe wieder. Es wird ein extra Budget für die Österreich-Werbung geben und ein vom Bund finanziertes Test-Paket für die Mitarbeiter in den Tourismusbetrieben, um den Gästen Sicherheit zu gewährleisten, so Mahrer.

Bundeskanzler Kurz sprach am Donnerstag von einem "herausragenden Konzept", das garantieren solle, dass sich Gäste wohl und sicher fühlen. "Mit dem vielen Testen der Mitarbeiter soll verhindert werden, dass sie im Fall einer Ansteckung das Virus weiterverbreiten." Man könne in Österreich so sicher urlauben, wie kaum in einem anderen Land.

Der Start Ende Mai werde ein „soft Start“, erklärte Köstinger. Die Grenzen seien zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen. „Der Kampf gegen das Coronavirus muss nach wie vor unser Ziel sein“. Es gehe um praktikable Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste. Einem Urlaub in Österreich stehe ab diesem Datum aber nichts mehr im Wege.

Für ausländische Gäste seien offene Grenzen entscheidend. Regelungen mit Deutschland seien bereits ausgearbeitet. Mit Nachbarstaaten wie Tschechien oder der Schweiz laufen intensive Gespräche. Die Grenzen würden sich nur für jene Länder öffnen, die das Virus ähnlich gut wie Österreich im Griff hätten.

Österreich-Werbung bekommt 40 Millionen Euro

Damit dieser „soft Start“ dennoch ein wenig in die Gänge kommt, wird die Österreich-Werbung eine eigene Kampagne starten - unter dem Motto „Auf dich wartet ein guter Sommer“. 40 Millionen Euro sind laut Köstinger dafür vorgesehen. Investiert werden solle vermehrt in Online-Kampagnen - auch in Ländern, mit denen es dann schon Grenzöffnungs-Vereinbarungen gibt, erklärte die Ministerin. 

Man befinde sich aber weiterhin in einer Ausnahmesituation. Es werde wichtig sein, neben dem Abstand halten, die „Herzlichkeit zu ermöglichen“. Man werde von Seiten der Bundesregierung alles tun, damit Urlaub in Österreich sicher sei. „Jeder der jetzt Urlaub plant, sollte überlegen, das in Österreich zu tun und vor allem auch, das in einem österreichischen Reisebüro zu tun“, appellierte Tourismusministerin Köstinger.

Mahrer hofft auf guten Ruf Österreichs

Für WKÖ-Präsident Mahrer gehe es um den guten Ruf Österreichs als sicheres Urlaubsland. Es gehe darum, Kriterien festzulegen für Gäste, Mitarbeiter und Partner - „die ein sicherers gemeinsames Miteinander ermöglichen". Das habe in der Gastronomie gut funktioniert und werde auch bei den Beherbergunsbetrieben funktionieren.

Eine Schlüssel-Strategie für Österreich im Wettbewerb mit anderen Ländern um Urlaubsgäste seien vermehrte Tests für Mitarbeiter im Tourismus-Sektor. „Ziel ist es, mit Anfang Juli, mit Anfang der Hochsommersaison, möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich testen zu lasen." Schon im Juni soll es in ausgewählten Regionen erste Schwerpunkte mit Tests geben.

Zuerst werden Mitarbeiter getestet, die direkt mit dem Gast zu tun haben, also etwa Kellner und Kellnerinnen. Wenn die Kapazitäten gesteigert sind, kommen auch Köche und Co zum Test. Ziel ist es, dass ab Anfang Juli flächendeckend in ganz Österreich 65.000 Tests pro Woche durchgeführt werden.

Wenn ein Mitarbeiter positiv getestet wird, kommt dieser in Quarantäne. Die Häuser sollen weiter betrieben werden, sagte Mahrer, der auch ein "eigenes Paket zur Prävention, damit es gar nicht zu Ansteckungen kommt", ankündigte.

Die Tests soll ein privates Konsortium durchführen, das gerade erst gebildet wird. Abgewickelt wird alles über die Tourismusregionen. Die Kosten für die Tests übernimmt der Bund. Dies sei „eines der besten Investments für den Tourismusstandort“, lobte Mahrer. Details zu der Strategie würden zu einem späteren Zeitpunkt erläutert. Es sei das gemeinsame Ziel der Betriebe und der Regierung, Österreich als „das gastfreundlichste Land, das sicherste Tourismusland" zu präsentieren.

Die Tests sollen ein Alleinstellungsmerkmal für Österreich sein. Nur in ganz wenigen anderen Ländern werde man im Urlaub sagen können, dass die Mitarbeiter, mit denen man zu tun hat, regelmäßig getestet werden, sagte Kurz. Der Aufwand sei das wert.