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Interview

Helga Rabl-Stadler: „Wenn wir spielen, gibt es den ,Jedermann‘“

„Zu Zeiten der Pandemie mischt sich auch Angst in die Freude, endlich wieder gemeinsam Musik und Theater zu genießen“, sagt Helga Rabl-Stadler. Als Präsidentin leitet sie seit 1995 die Salzburger Festspiele.
„Zu Zeiten der Pandemie mischt sich auch Angst in die Freude, endlich wieder gemeinsam Musik und Theater zu genießen“, sagt Helga Rabl-Stadler. Als Präsidentin leitet sie seit 1995 die Salzburger Festspiele.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, im „Presse"-Interview: Wie man just in der Covid-19-Pandemie ein Zeichen setzen will. Über 26 bewegte Saisonen mit sechs Intendanten. Und dass ihr die Kühnheit der Gründer besonders Mut macht.

Die Presse: Das 100. Jubiläum der Salzburger Festspiele fällt in eine Krisenzeit. Derzeit sieht es so aus: Sie finden mit reduziertem Programm statt. Können Sie skizzieren, was da geboten werden darf?

Helga Rabl-Stadler: Wir wollen gerade jetzt ein Zeichen für die Kraft der Kunst in schwierigen Zeiten setzen und haben daher nicht abgesagt, obwohl das organisatorisch und finanziell leichter wäre. Wir werden ein anderes Programm als das im Vorjahr voller Euphorie vorgestellte bieten. Wie anders, wissen wir erst, wenn in den nächsten Tagen die Verordnung herauskommt, mit der Proben, Orchesterbesetzungen und Chöre geregelt werden. Der Teufel sitzt im Detail. Sicher ist: Wenn wir spielen, gibt es den „Jedermann“, denn dessen 100. Geburtstag wollen wir am 22. August feiern. Auf dem Domplatz wurde er 1920 an diesem Tag von Max Reinhardt als „Notlösung“ für den Start von Festspielen „als erstes Friedensprojekt“ bezeichnet. Aber er stellte sich bereits nach der ersten Vorstellung als Ideallösung heraus. Wie viele Opern und Konzerte wir bringen können, darüber grübeln Markus Hinterhäuser und sein Team Tag und Nacht.

Wenn man Sie ganz lieb fragte – würden Sie Ihren Vertrag verlängern?