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Ruderalvegetation

Rückzugsorte für Pflanzen und Tiere

(c) Clemens Fabry
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Wenn Flächen nicht gepflegt werden, breitet sich die Natur auf ihnen aus.

Ein Wesenszug von Städten ist eine Art von Ordnung. Es gibt eine Struktur von bebauten Flächen, dazwischen mehr oder weniger Grünraum – und in der Regel so etwas wie Pflege. Nur einige wenige Orte bleiben einfach, zumindest für eine gewisse Zeit, sich selbst überlassen. Dort bricht die städtische Ordnung auf, dort passiert das, was man auch als Rückeroberung durch die Natur bezeichnet. Pflanzen, die sonst nicht erwünscht sind, können sich hier ausbreiten. So wie auch Tiere, die in der Stadt sonst keine guten Lebensbedingungen finden.

Ruderalvegetation, das ist der Begriff für Pflanzen, die sich genau an solchen Stellen ansiedeln. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort rudus ab – Schutt. Und genau das ist ihr Merkmal, dass sie sich auf ungenutzten bzw. brach gefallenen Flächen ausbreiten, ganz ohne menschliches Eingreifen und meist sogar unbeachtet. Welche Arten das sind, das hängt auch davon ab, wie die Fläche einst genutzt wurde. Auf nährstoffarmem Bahnschotter werden sich andere Pflanzen durchsetzen als auf Aufschüttungen oder Böschungen. Klatschmohn, Kornblume oder Kamille – mit Arten wie diesen fängt es oft an, die zwischen Steinen oder an Wegrändern gedeihen. Es folgen Kerzen und Disteln. Und je nachdem, wie lange eine Fläche sich selbst überlassen wird, können sich auch Straucharten ansiedeln – und irgendwann sogar Bäume.