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Gastbeitrag

Die Ukraine in der Krise und ihre Perspektiven

(c) Peter Kufner
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Die Coronakrise verstärkt auch die politische Krise in der Ukraine. Es ist zu hoffen, dass der Reformkurs trotzdem fortgesetzt wird.

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Die Ukraine, das größte Land Europas mit nahezu 40 Millionen Einwohnern, wurde von Covid-19 nicht verschont. Trotz vergleichsweise wenig offizieller Infektionen (bei einer hohen Dunkelziffer) wurde Mitte März eine strikte Quarantäne angeordnet, die sogar die Einstellung des gesamten öffentlichen Verkehrs umfasste und damit große Teile der Wirtschaft lahmlegte. Vor allem im Lichte dieser Isolationsmaßnahmen hält man Mitte Mai bei lediglich etwa 19.800 Infektionen und 580 Toten. Auf Druck der Wirtschaft werden diese nun schrittweise aufgehoben.

Die vergangenen beiden Monate waren von einem Kampf um medizinische Schutzausrüstungen und verlässliche Tests geprägt: Die Kliniken sind in einem deplorablen Zustand, Eigeninteressen verzögerten wochenlang lebenswichtige Beschaffungen. 20 Prozent der Infizierten sind (daher) medizinisches Personal. Der wirtschaftliche Schaden der Quarantäne ist enorm: Während vor der Coronakrise für 2020 noch von einem BIP-Wachstum von mehr als drei Prozent ausgegangen wurde, unterstellt das revidierte Budget ein Minus von 4,8 Prozent bei einem Budgetdefizit von 7,5 Prozent. Der IWF erwartet aktuell sogar einen BIP-Rückgang um 7,5 Prozent und einige Analysten befürchten noch Schlimmeres.