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Coronakrise

Italiens Regierung befürchtet soziale Revolten

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Warnt vor sozialem Aufruhr: Italiens Inneniminsterin Luciana Lamorgese.APA/AFP/FILIPPO MONTEFORTE
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Die strengen Corona-Maßnahmen haben Italiens Unternehmen ins Wanken gebracht. Die Innenministerin macht nun Druck für eine rasche Zahlung von Unterstützungsgeldern.

Die italienische Regierung befürchtet soziale Revolten als Folge der Coronavirus-Epidemie und der daraus resultierenden Krise. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Stützungsmaßnahmen rasch gezahlt werden. Die Gefahr ist ansonsten, dass die Wut der Bürger ausbricht und das müssen wir verhindern", sagte Innenminister Luciana Lamorgese in einem Interview mit RAI 2 am Sonntagabend.

Besonders unter Druck geraten sind Restaurants, Pizzerien und Gasthäuser. 92 Prozent waren mit ihren Einnahmen in der ersten Woche nach Ende des Lockdowns unzufrieden. Auch Friseure und Kosmetiksalons stöhnen wegen der negativen Auswirkungen der Corona-Sicherheitsvorkehrungen, geht aus Angaben des Handelsverbands Confcommercio hervor.

Italien unternahm am Montag einen weiteren Lockerungsschritt. So öffneten in fast allen Regionen Sportzentren und Schwimmbäder, allerdings mit strengen Vorsichtsmaßnahmen. Ausnahme sind die Lombardei, in der Sportzentren erst am 31. Mai öffnen.

Die kommunalen Schwimmhallen in Bologna bleiben bis Ende Mai geschlossen. Kurse in Schwimmhallen und Sportzentren müssen die Social-Distancing-Vorschriften rigoros einhalten. In Sporthallen sollen es mindestens zwei Meter sein, in Schwimmbädern müssen sieben Quadratmeter eingehalten werden. Geräte in den Sporthallen müssen desinfiziert werden, nachdem sie genutzt wurden.

Die italienische Regierung will 60.000 "zivile Assistenten" mit der Aufgabe einsetzen, die Berücksichtigung der Sicherheitsprotokolle in der "Phase zwei" zu kontrollieren. Zu "zivilen Assistenten" sollen freiwillige Arbeitslose sowie Bezieher von Grundeinkommen und anderen Stützungsmaßnahmen aufrücken, kündigte Regionenminister Francesco Boccia an.

(APA)