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Der Unterschied zwischen Chronograph und Chronometer

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Der Elchtest für alle Uhrenfreunde: Was ist ein Chronometer? Und was unterscheidet ihn vom Chronographen? Tipp: Es hat mit einer Komplikation zu tun.

Der Begriff Chronometer bedeutet übersetzt „Zeitmesser“ und leitet sich von den griechischen Wörtern „chronos“ und „metro“ ab. Doch muss sich heutzutage jeder Zeitmesser den Titel Chronometer schwer verdienen: Mit diesem Titel dürfen sich nämlich nur Uhren mit hoher Ganggenauigkeit schmücken. Die internationalen Prüfungen, die jede dieser Uhren ablegen muss, sind streng.

Die Genauigkeit einer Uhr wird in Sekunden pro Tag gemessen. Bei mechanischen Uhren sind Abweichungen von bis zu +30 Sekunden pro Tag ein normaler und tolerierter Wert. Hochwertige Uhrwerke sollten eine geringere Abweichung aufzeigen. Chronometer, müssen ihre Ganggenauigkeit (-4 bis + 6 Sekunden pro Tag) besonders präzise beweisen. 

Epizentrum horologischer Genauigkeit

Am bekanntesten ist die Prüfstelle COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) mit Hauptsitz in La Chaux-de-Fonds. Die Schweizer Institution wurde 1973 ins Leben gerufen und ist seither das Epizentrum horologischer Genauigkeit. Die COSC ist ein unabhängiger Verein, getragen von den fünf Uhrmacherkantonen Bern, Genf, Neuenburg, Solothurn, Waadt und dem Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH. Ganze Uhren werden hier nicht geprüft, sondern nur deren Werke.

Zum Check zugelassen sind ausschließlich Erzeugnisse eidgenössischer Provenienz. Die Uhrwerke werden vor dem Einschalen ins Gehäuse, an 15 Tagen in fünf verschiedenen Lagen und bei drei unterschiedlichen Temperaturen gelagert und vermessen. Wird diese Prüfung erfolgreich bestanden, erhält der Hersteller ein Zertifikat, das die Ganggenauigkeit bestätigt und ihn berechtigt, die Uhr als Chronometer anzupreisen. Welch hohen Stellenwert das „Chronometer“-Zertifikat der COSC besitzt unterstreicht eine Zahl: Nur rund sechs Prozent der exportierten Schweizer Uhren erhalten es.

Mittlerweile etablierten auch Marken wie Rolex, Patek Philippe oder Omega noch weiter gehende Prüfkriterien und führen spezifische Tests in Eigenregie durch.

Stoppfunktion als Komplikation

Am Rande erwähnt: Selbst ein mechanische Chronometer der Spitzenklasse wird zehnmal weniger genau sein als eine Quarzuhr der untersten Preisklasse. Noch genauer sind lediglich Funkuhren, vorausgesetzt man befinde sich im Empfangsbereich eines Zeitzeichensenders. „Aber das sind streng genommen keine Uhren mehr, sondern Radiogeräte mit eingebautem Quarzwerk“, so Lucien F. Trueb, Autor des Nachschlagwerkes „Die Zeit der Uhren“.

Zu guter Letzt noch ein begriffliche Aufklärung: Oft wird der Chronometer mit einem Chronographen verwechselt, dabei bedeutet "Chronograph"  - übersetzt Zeitschreiber - lediglich, dass die Uhr eine Stoppfunktion hat. Dies ist eine Zusatzfunktion, genannt Komplikation, die den normalen Lauf der Uhr nicht einschränkt. Der Chronograph ist die beliebteste Komplikation. Und wird es wohl auch bleiben.