Luftfahrt

Staatsbeteiligung an der AUA noch nicht vom Tisch

APA/HELMUT FOHRINGER
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Wegen der Einigung beim Lufthansa-Stützpaket hat Österreich keine Eile bei AUA-Rettungspaket.  "Es sind im Moment noch alle Wegeoffen“, sagt Wirtschaftsministerin Schramböck.

Für Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ist eine staatliche Beteiligung an den Austrian Airlines (AUA) im Rahmen des geplanten Rettungspakets noch nicht vom Tisch. "Es sind im Moment noch alle Wege offen. Es ist noch nicht final unterschrieben", sagte Schramböck am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf Journalistennachfrage.

Der gestrige Beschluss über das Lufthansa-Rettungspaket in Deutschland könnte die Verhandlungen über ein Hilfspaket für die Lufthansa-Tochter AUA beschleunigen. Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die von der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa wurde am Montag nach wochenlangem Tauziehen fixiert. Unter anderem übernimmt der deutsche Staat rund 20 Prozent der Lufthansa-Anteile und wird damit Miteigentümer der Fluglinie.

Bis wann eine Einigung beim AUA-Rettungspaket erzielt werden könnte, ließ die Wirtschaftsministerin offen. "Geschwindigkeit zulasten der Qualität" sei nicht das Ziel bei den Verhandlungen mit der AUA-Mutter Lufthansa. Man erwarte sich vom Lufthansa-Management "entsprechende Vorschläge", unter anderem zu Arbeitsplätzen, Drehkreuz Wien, Langstreckenflüge und zur Flotte. "Die jetzigen Flieger sind in die Jahre gekommen", sagte Schramböck.

In den Streit zwischen Ryanair, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer rund um die Schießung der Wien-Basis der Ryanair-Tochter Laudamotion will sich die Wirtschaftsministerin nicht direkt einmischen. "Ein Kompromiss wird nur zustande kommen, wenn sich alle bewegen", so Schramböck. Sie erwarte "Gesprächsbereitschaft von allen Involvierten", um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Insgesamt beschäftigt Laudamotion zurzeit rund 1000 Mitarbeiter. 300 davon sind die Piloten und Kabinenbeschäftigten der Basis Wien, die nun gekündigt werden. Laut Zeitungsberichten sollen auch die im Laudamotion-Hauptquartier beschäftigten 70 Mitarbeiter abgebaut werden.

(APA)

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