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Abendbriefing

Kurz verspricht einfachere Corona-Regeln und wieder muss ein Kindergarten schließen: Der Dienstag im Rückblick

Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Themen des Tages und blicken auf morgen.

Wie wir heute erfahren haben, ist ein Wiener Kindergarten nach einem Coronavirus-Ausbruch vorläufig geschlossen worden. Vier Kinder und zwei Betreuerinnen haben sich in Wien-Hietzing infiziert.  Solche Cluster werden nach den Lockerungs maßnahmen der Regierung wohl öfter auftreten. Dennoch ist die viel zitierte „zweite Welle“ eher unwahrscheinlich. Für einen weiteren unkontrollierten Anstieg der Infektionen müssten nämlich fast sämtliche Kontrollmechanismen versagen, schreibt Köksal Baltaci. Ein Risikofaktor sind die Grenzöffnungen.

Doch derzeit ist alles noch im grünen Bereich: Die Infektionszahlen in weiten Teilen Österreichs befinden sich im Sinkflug, weshalb auch immer öfter über eine regionale Lockerung der Maßnahmen diskutiert. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verspricht in Kürze wenige, aber klare Richtlinien. Bundesländer sollen danach nicht die Möglichkeit zu regionalen Lockerungen, aber zu regionalen Verschärfungen bekommen. Mehr dazu

"Wir dürfen wegen Corona das Leben jedes Einzelnen nicht überregulieren. Es braucht mehr den Fokus auf Eigenverantwortung und Hausverstand."

Sebastian Kurz

Was Sie sonst noch wissen sollten

Umbau im Justizministerium: Alma Zadic (Grüne) entmachtet Christian Pilnacek. Die vor zehn Jahren fusionierte Super-Sektion von Pilnacek wird aufgeteilt. Künftig werden für das Strafrecht und die einzelnen Strafverfahren wieder zwei Sektionen zuständig sein. Sollte Pilnacek bleiben wollen, muss er sich neu bewerben. Mehr dazu

FPÖ boykottiert Sicherheitsmaßnahmen im Wiener Gemeinderat: Die Freiheitlichen saßen ohne Sicherheitsabstand nebeneinander. Demonstrativ. In Reden kritisierten sie die Corona-Beschränkungen scharf und kündigten an, dass diese für sie ab sofort nicht mehr gelten. Mehr dazu [premium]

Doch Fußballspiele vor Zuschauern? Nächste Woche tagen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Bundesliga über die Möglichkeit, doch Fans zuzulassen. Denn die Lockerungen im Veranstaltungsbereich betreffen auch Österreichs Spitzensport. Mehr dazu

Tschechien, Slowakei und Ungarn ermöglichen Kurzbesuche: Die drei Länder öffnen ihre Grenzen untereinander für Besucher, die nicht länger als 48-Stunden bleiben. Österreich prüft, sich anzuschließen. Mehr dazu

Wegen Missbrauch angeklagter Arzt sah sich als "Aufklärungscoach": Ein Arzt aus dem Salzkammergut, der sich an 109 Buben vergangen haben soll, steht  in Wels vor Gericht. Er bekannte sich "zu einem Großteil" schuldig. Das Bild, das von ihm in den Medien gezeichnet werde, werde ihm aber nicht gerecht. Mehr dazu

Welche Magazin-Stücke Sie noch lesen könnten

Angst vor Bioterrorismus: Biologische Kriegsführung ist so alt wie der Krieg selbst, postulieren Militärhistoriker. Zuletzt häuften sich die Warnungen, dass bakteriologische Waffen in falsche Hände gelangen könnten, schreibt Burkhard Bischof. [premium]

Telemedizin wird salonfähig: In der Coronakrise hat sich einiges getan. Anruf, Video und E-Rezept sind nun möglich – stoßen aber auch an ihre Grenzen. Warum das so ist, erklärt Hellin Jankowski. [premium]

Worüber heute diskutiert wird

Geld und Geschenke: Laut polterte der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache am Montagabend auf Puls24. „Geknickt wirkte Strache mal, jetzt zeigt er vor allem eins: Aggressivität“, schreibt unsere TV-Kritikerin Rosa Schmidt-Vierthaler. [premium]

Was morgen passiert

Die Budget-Debatte im Nationalrat geht in die nächste Runde.
Aber nicht nur in Wien wird weiter über Geld in Zeiten der Coronakrise debattiert. Die EU-Kommission präsentiert morgen ihre Vorschläge zur wirtschaftlichen Erholung. Es ist eine schwierige Gratwanderung, die noch zu erheblichen Diskussionen führen wird. Denn die EU-Kommission will zum Ärger der „sparsamen Vier“ vor allem auf Zuschüsse und nicht auf Kredite setzen. Mehr dazu

Bild des Tages

Costa Rica - TV
Costa Rica ist die erste offiziell anerkannte gleichgeschlechtliche Ehe Mittelamerikas geschlossen worden. Die Hochzeit zwischen zwei Frauen wurde live im staatlichen Fernsehen übertragen. Staatspräsident Carlos Alvarado sagte: Mögen die Empathie und die Liebe der Kompass sein, der uns erlaubt, voranzukommen und ein Land aufzubauen, in dem für all uns Menschen Platz ist."(c) APA/AFP/EZEQUIEL BECERRA (EZEQUIEL BECERRA)

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