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Künstlerhaus

Eine Jam-Session für bildende Kunst

Anke Armandi, Lena Knilli, Maria Grün und Barbis Ruder (v. l.)(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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Das Künstlerhaus sperrt wieder auf: Dessen Factory soll mit dem neuen Format „Kubus“ zum Treffpunkt für Mitglieder und Interessierte werden.

Nein, sagt Barbis Ruder, live werde es ihre Performance leider nicht geben. Für ihren „Down dog“, die Yogapose des herabschauenden Hundes, müsse sie eigens trainieren. Sie brauche vier Leute, die ihr helfen, in die Orthesen, die orthopädischen Halterungen für Arme und Beine, zu kommen, die an langen Stangen befestigt sind. Und ohnehin sei das Werk auf zehn Performances limitiert – über ihr Leben gerechnet, alle paar Jahre eine.
Dafür läuft in der Factory im Wiener Künstlerhaus im Hintergrund ein Video der Performance Null, ihrer Abschlussarbeit, aufgenommen just hier im Künstlerhaus – ein Video, von dem sie gar nicht wusste, dass es existiert. Nun passt es natürlich perfekt in die Auftaktausstellung der neuen Reihe „Kubus“, die sich dem Körper widmet und der Körperlichkeit. Wie es sich anfühlt, in ihr „Yoga-Korsett“ eingespannt zu sein? Zunächst „einfach Panikbekämpfung“, sagt Ruder. „Weil man wirklich nicht hinauskommt. Gleichzeitig kann man sich mit Atem beruhigen. Und wenn man sich in diese unangenehme Situation hinein entspannt, dann geht's.“
Wie zur Zeit passend die Auswahl ihres Werks letztlich sein würde, konnte freilich niemand ahnen. Am 20. März hätte die neue Reihe „Kubus“ in der Factory eröffnen sollen – jenem neuen Saal im Obergeschoß des Künstlerhauses, den es vor der Renovierung gar nicht gegeben hatte. Über dem Plastikersaal gelegen, ist er von der Bösendorferstraße bei Bedarf auch dann zugänglich, wenn das restliche Haus geschlossen ist. Nun war freilich wochenlang überhaupt alles zu – und die Schau zum Thema Körperlichkeit und Wahrnehmung gewann ungeahnt an Aktualität. Auch ihr sei klargeworden, sagt Künstlerin Lena Knilli, wie sehr wir Körperlichkeit brauchen, „und wie sehr sie uns fehlt, wenn man nur über Zoom kommuniziert“. Allein, seit ein paar Tagen wieder ins Künstlerhaus zu dürfen, am Aufbau der (echten) Arbeiten zu werken – „wenn ich hier herausgehe, bin ich völlig euphorisiert“.