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Ausstellung

Neue "Albertina Modern": Ein Gewaltakt mit feministischer Mission

Gottfried Helnwein teilt sich gemeinsam mit Reimo Wukounigs missbrauchten Zöglingen einen Raum, hier: "Der höhnische Arzt", 1973 Aquarell auf PapierALBERTINA, Wien – Leihgabe aus Privatsammlung © Bildrecht, Wien, 2020
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Mit der Überblicksausstellung „The Beginning“ wird die Albertina Modern eingeweiht. Ein mutiger Versuch, den Kanon der österreichischen Nachkriegskunst um wesentliche Facetten zu ergänzen.

„The Beginning“ und „Alles war klar“: Liest man die Titel der beiden Ausstellungsplakate am seit heute, Mittwoch, nach vier Jahren Renovierung erstmals wieder in seiner Gesamtheit zugänglichen Künstlerhaus zusammen, kann man nur aus tiefstem Herzen sagen: „Nein“. Nichts war hier klar, schon gar nicht von Anfang an. Die Geschichte, wie die Sammlung Essl nach der Museumsschließung in Klosterneuburg über ihre teilweise Schenkung an die Albertina und die Schaffung einer neuen „Albertina Modern“-Filiale schlussendlich in das mittlerweile von Kunstinvestor Hans Peter Haselsteiner mehrheitlich übernommene Künstlerhaus kam, ist eine verworrene. Auch die coronabedingte Nichteröffnung im letzten Augenblick passt in dieses von wüsten Diskussionen des Künstlerhaus-Vereins und mächtigen kulturpolitischen Interessen geprägte österreichische Schlachtenbild.