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Befragung unter Maklern

Angebot und Nachfrage bei Immobilien eingebrochen

Coronakrise ließ Angebot und Nachfrage bei Immobilien einbrechen
Coronakrise ließ Angebot und Nachfrage bei Immobilien einbrechen(c) Getty Images/iStockphoto (marchmeena29)
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Umsatzverlust laut Maklern nicht aufzuholen

Der Shutdown wegen der Coronavirus-Pandemie hat bei Wohn- und Gewerbeimmobilien Angebot und Nachfrage einbrechen lassen. Der Ausfall der Aufträge sei "enorm" und könne nicht aufgeholt werden, erklärte der Präsident des Immobilienring Österreich (IR), Georg Spiegelfeld, am Dienstag. Die Immo-Werbung werde durch die Krise umgekrempelt, und die Digitalisierung erfahre einen Megaschub.

Bei der Hälfte der Immo-Makler-Unternehmen sei ein Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit, aber nur fünf Prozent wollten staatliche Hilfspakete in Anspruch nehmen, ergab eine Befragung unter rund 400 IR-Maklern Mitte Mai. Nur elf Prozent der Befragten glauben, den Umsatzeinbruch bis Ende 2020 aufholen zu können, auch wenn sich seit Öffnung ein Besichtigungsboom abzeichne. Denn der Shutdown habe gerade zur Hochsaison für Wohnimmobilien stattgefunden, so IR-Vizepräsident Andreas Gressenbauer in einer Aussendung.

Geschäftslokale am meisten betroffen

Der Schock durch den Shutdown sei groß gewesen, Anfragen und Angebote seien eingebrochen. Deutlich rückläufig waren laut IR die Anfragen bei Wohn- und Gewerbeimmobilien, am meisten betroffen Geschäftslokale, am wenigsten Grundstücke. Zugleich sei das Angebot von Eigentumswohnungen, Einfamilienhäusern und Grundstücken stark gesunken. Bei Mietwohnungen habe es dagegen nur einen leichten Rückgang gegeben, bei Geschäftslokalen sei das Angebot ausreichend geblieben.

Bei der Preisentwicklung am Wohnungsmarkt sei die Coronapanik überschaubar - mit Ausnahme von Gewerbeimmobilien und Geschäftslokalen. Bei diesen sei nämlich aktuell keine Preissteigerung abzusehen. Bei Wohnimmobilien seien stabile bis leicht nachgebende Preise zu sehen. Vorhersagen seien wegen Rezession, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit aber schwierig. Selbst Vermögende hätten Verluste an den Finanzmärkten zu verzeichnen.

„In unsicheren Zeiten wird Miete bevorzugt."

Georg Spiegelfeld, Präsident des Immobilienring Österreich (IR)

Der AirBnB-Markt sei für unbestimmte Zeit nicht mehr verfügbar, erklärt Spiegelfeld: "Die meisten AirBnB-Wohnungen werden wieder dem Mietmarkt zufließen. Auch Mietwohnungen werden wieder ein Revival erleben. In unsicheren Zeiten wird Miete bevorzugt." Bei Grundstückspreisen sei noch immer etwas Luft nach oben, denn diese seien mittlerweile ein Anleger-Klassiker.

Digitalisierungsschub in der Makler-Branche

Bei den Anforderungen an die Kommunikation zu Immobilien-Suchenden habe die Coronakrise den Veränderungsprozess beschleunigt, sagt Spiegelfeld. Die Branche habe in dieser kurzen Zeit einen Mega-Digitalisierungsschub erfahren. Digitale Plattformen seien noch wichtiger geworden. Mehr als die Hälfte der IR-Kanzleien habe vor allem Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram gepusht, aber auch auf Plattformen sei mehr inseriert worden.

Die großen Verlierer seien hier mit einem Rückgang von rund 60 Prozent die Printmedien - obwohl die Nutzer- und Leserzahlen so groß gewesen seien wie lange nicht. Forciert eingesetzt hätten die Makler die klassischen Vertriebs- und Marketingformen wie Telefon, virtuelle Besichtigungen, Zoom, Plakate vor Ort und Direktakquise, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben.