Schnellauswahl

Ronja von Rönne zerlegt Matura-Interpretation ihres Textes

Ronja von Rönne lästert über ihren eigenen Text.
Ronja von Rönne lästert über ihren eigenen Text.Instagram/sudelheft
  • Drucken

Die deutsche Autorin zeigt sich in einem Video überrascht, dass ein Text von ihr als Beispiel für die Deutsch-Matura verwendet wurde - und macht sich darüber lustig, wie er interpretiert werden soll.

Gelegentlich passiert es Autoren, dass einer ihrer Texte zur Maturaaufgabe wird. Klassische Autoren wie Goethe können sich auch nicht mehr dagegen wehren, wie ihr Werk interpretiert werden soll. Ronja von Rönne hingegen kann das – und tut es auch. In einem Instagram-Video macht sich die Berliner Autorin darüber lustig, dass einer ihrer Texte Aufgabe bei der heurigen Deutsch-Matura in Österreich war.

"Dieser Text ist reine Zeitverschwendung“, erstmals erschienen 2015 als Kolumne in der „Welt“, sollte von den Schülern interpretiert werden. Er sei „ehrlicherweise nicht einer meiner besten Texte“, sagt sie.
In der Aufgabenstellung ist eine Textanalyse gefragt, etwa mit der Frage, was die zentrale Aussage des Textes zum Thema Zeit sei. „Die zentrale Aussage war, dass ich kein Kolumnenthema, aber eine Deadline hatte und mir dachte, es gibt immer Laberthemen, über die man schreiben kann. Zeit ist so eines.“

Gefragt wird auch nach der sprachlichen Gestaltung. Und nach der möglichen Intentionen der Autorin: „Die größte Intention war tatsächlich, weiter bezahlt zu werden und einen Text zu schreiben, der so tut, als wär er schlau.“ Auch der Umfang der Arbeitsaufgabe erheitert Ronja von Rönne: „Schreiben Sie 540 bis 660 Wörter, das ist ja mehr als der Text!“

„Das steht da jetzt nicht drin“

Von Rönne hat aber nicht nur die Angaben bekommen, sondern auch den mittlerweile verfügbaren Lösungsschlüssel. Darin wird unter anderem als Kernaussage des Textes gesehen: „Zeit ist die kostbarste Ressource, über die wir verfügen. In der Theorie wissen wir das, trotzdem gehen wir nachlässig damit um.“ „Ja, ist jetzt nicht verkehrt, stimmt schon“, meint von Rönne. Andere Aussagen kann sie dagegen nicht nachvollziehen: „Das steht da jetzt nicht drin.“ Nach eingehender Beschäftigung mit der Aufgabenstellung hält sie dennoch fest: „Ich muss sagen, die haben sich länger mit dem Text auseinandergesetzt als ich beim Schreiben.“