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Nach der Kurzarbeit wird gekündigt

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Nach dem Lockdown schichten die Unternehmen um. Manche Bereiche gewinnen an Bedeutung, andere verlieren. Und viele müssen noch abspecken.

Unter dem Titel „Nach dem Lockdown?! – Vor der Veränderung?“ befragte Kienbaum 188 Teilnehmer verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen zu anstehenden Veränderungen. Die sind nicht angenehm.

Personalabbau

Wer es schaffte, nicht gekündigt, sondern in Kurzarbeit geschickt zu werden, ist noch nicht aus dem Schneider. „Ein Viertel der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden will nach dem Lockdown weiter Personal abbauen", sagt Alfred Berger, Leiter des Bereichs Compensation und Performance Management bei Kienbaum Wien. Zwar haben die Unternehmen den Stillstand genutzt, um Kapazitäten freizusetzen, und gehen gerüstet in die Zukunft, doch Berger rechnet mit weiteren Nachzieheffekten.

In kleineren Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern wollen nur zwölf Prozent jetzt noch kürzen. „Die Verbundenheit mit den Mitarbeitenden ist hier deutlich enger als in den großen Einheiten.“ Wer hier noch seinen Job hat, ist vergleichsweise sicher.

Vergütungshöhe gleichbleibend, Struktur wird angepasst

Die Gehälter werden nicht angetastet. Die Höhe der Vergütung wird kein Thema sein, die Vergütungsstruktur allerdings – die Aufteilung zwischen Fixgehalt und Bonus – wird in elf Prozent der Unternehmen, in Handelsunternehmen sogar in 29 Prozent diskutiert. Mit einer Änderung des Bonussystems muss gerechnet werden.

Umschichtung in den Bereichen

Bei Ausbruch der Coronakrise erbrachten Human Resources und IT Höchstleistungen. Jetzt übernehmen wieder die Generalisten und der Finanzbereich, gefolgt vom Vertrieb – was sich auch in den langfristigen Vergütungsforderungen spiegeln wird. Einmal mehr muss sich der Personalbereich neu positionieren. Berger: „HR muss jetzt einen neuen Wertbeitrag definieren, der sich für Finance auch in Zahlen fassen lässt."