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Demokratie

Wien bekommt Kinderparlament

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Symbolbild(c) imago/Volker Preu�er (imago stock&people)
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Die neue Wiener Kinder- und Jugendstrategie will jungen Stadtbewohnern Mitspracherechte erteilen. Zu den Projekten, die von 22.500 Kindern entwickelt wurden, zählt ein Parlament.

Wien erhält ein zusätzliches Parlament - für seine jüngsten Bewohner. Das ist am Donnerstag bei der Präsentation der neuen Wiener Kinder- und Jugendstrategie angekündigt worden. Altersgruppengerechte Beteiligung an Entscheidungen solle damit sichergestellt werden, hieß es. Die Strategie gliedert sich in insgesamt neun Kapitel.

Sie wurde im Rahmen zahlreicher Workshops erstellt. Insgesamt 22.500 Kinder haben sich daran beteiligt, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne), Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und der grüne Gemeinderat Peter Kraus berichteten. Inhaltlich wurden nun neun Bereiche erstellt, wobei sich unter anderem die Themen Natur und Umwelt, Gesundheit und Wohlbefinden, Gemeinschaft und Miteinander, Raum und Platz oder Mobilität und Verkehr als Schwerpunkte ergeben haben.

„Wiener Ehrenamtswoche“ für Schüler

Die jungen Wiener äußerten etwa den Wunsch nach mehr Bäumen, weniger Autos, mehr Mitsprachemöglichkeiten bei der Gestaltung des öffentlichen Raums und nach sozialem Engagement. Letzteres hat inzwischen sogar ein erstes Projekt gezeitigt: Die sogenannte "Wiener Ehrenamtswoche" für Schüler. Gemeinsam mit diversen Einrichtungen, NGO und Vereinen wurde ein Programm für die letzte Schulwoche erarbeitet. Coronabedingt kommt es aber nicht wie geplant bereits 2020, sondern erst nächstes Jahr zum Einsatz.

Der Großteil der Maßnahmen wird über den "normalen" Weg - also über den Gemeinderat oder die jeweiligen Ressorts - auf Schiene gebracht. Für jene Projekte, die nicht über das reguläre Budget finanziert werden können, wird es eine Million Euro als Sondermittel geben.

Zudem wird bis Herbst auch ein Konzept für ein Kinder- und Jugendparlament ausgearbeitet. Wer dort am Geschehen teilnehmen darf und wann es genau startet, ist noch offen. Der Ablauf soll jedoch ähnlich sein wie in der Politikwelt der Großen. Man kann Ideen und Vorschläge einreichen, darüber diskutieren - aber auch konkrete Vorhaben beschließen, wie heute beteuert wurde: "Wir haben die Ambition, die kinderfreundlichste Stadt zu werden", erklärte Ludwig.

(APA)