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EVN steigert Gewinn trotz Covid-19

(c) APA/HELMUT FOHRINGER
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Operativ gab es kaum Einbußen. In Osteuropa hagelt es Wertberichtigungen.

Wien/Maria Enzersdorf. Im ersten Halbjahr 2019/20 (bis Ende März) konnte sich der niederösterreichische Landesenergieversorger EVN die Corona-Flaute getrost von der Seitenlinie aus ansehen. Operativ vermeldete das Unternehmen keinerlei Einbußen. Der Umsatz ging zwar aufgrund der niedrigeren Strompreise und des warmen Winters um 4,2 Prozent auf 1,194 Milliarden Euro zurück. Das Konzernergebnis stieg in den ersten sechs Monaten jedoch um 18,4 Prozent auf 152,7 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 17,7 Prozent auf 388,8 Mio. Euro zu.

Gänzlich unberührt blieb allerdings auch die EVN nicht von Covid-19. Gerade in den Märkten in Südosteuropa stiegen die Länderrisikoprämien aufgrund der Pandemie stark an, was zu Wertminderungen bei Kraftwerken in Bulgarien und beim Kundenstock in Nordmazedonien geführt hat. In Summe schlugen sich das mit mehr als 15 Millionen Euro Minus in der Halbjahresbilanz nieder. Dazu kommen ebenfalls gestiegene, planmäßige Abschreibungen in einem Volumen von 143,6 Millionen Euro.

 

Dividende bleibt konstant

Die Stromerzeugung aus thermischen Kraftwerken fiel um 44,7 Prozent. Grund dafür ist vor allem die Stilllegung des Steinkohlekraftwerks Dürnrohr im vergangenen Jahr. Der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung bei der EVN stieg von 39,8 auf 53,8 Prozent.

Für das Gesamtjahr bleibt das Unternehmen vorsichtig optimistisch. Erwartet wird ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von 180 bis 200 Millionen Euro. Bis vor wenigen Wochen rechnete das Management noch mit einem Ergebnis von 200 bis 230 Millionen Euro. An der Dividendenpolitik soll sich aufgrund des schwächeren Ausblicks nichts ändern: die Basisdividende von 0,47 Euro je Aktie soll zumindest konstant bleiben. Für das vergangene Geschäftsjahr hat die EVN 50 Cent (inklusive zusätzlich 3 Cent Bonus) pro Anteilsschein ausgeschüttet.
Die Anleger reagierten freundlich auf die vorgelegten Zahlen. Bis zum Nachmittag stieg der Preis der EVN-Anteile an der Börse um mehr als zwei Prozent. (auer)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2020)