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Immofinanz

Häuser werden abgewertet

Die Immofinanz konnte ihre Mieterlöse im ersten Quartal steigern.
Die Immofinanz konnte ihre Mieterlöse im ersten Quartal steigern.(c) REUTERS (Heinz-Peter Bader)
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Der Immobilienkonzern musste einen Quartalsverlust hinnehmen, obwohl die Mieterlöse gestiegen sind. Grund sind Abwertungen.

Wien. Wegen Abwertungen infolge der Coronakrise hat die auf Büro- und Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Immofinanz im ersten Quartal einen Nettoverlust von 37,6 Mio. Euro erlitten, nach 30,4 Mio. Euro Konzerngewinn ein Jahr davor. Grund für den Verlust waren negative Bewertungseffekte von 45 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis legte das Unternehmen dagegen um 18,0 Prozent auf 43,5 Mio. Euro zu.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Immofinanz vor einer Abwertung ihres Immo-Bestandes wegen der Covid-19-Pandemie gewarnt und dabei ein negatives Quartalsergebnis angekündigt. Die Mieterlöse wuchsen bis März im Jahresabstand um 13,4 Prozent auf 74,0 Mio. Euro, hieß es am Mittwochabend. Die wichtige Ertrags-Kennzahl FFO 1 (vor Steuern) erhöhte sich um 3,6 Prozent auf 29,1 Mio. Euro. Mit 312,5 Mio. Euro verfüge man über eine starke Liquiditätsposition, betonte das Unternehmen in einer Aussendung. 79 Prozent der Retail-Flächen im Portfolio seien wieder offen, die Besucherzahlen würden sich seit Wiedereröffnung vor allem im Retail-Park-Bereich erholen.

 

Warimpex ergeht es ähnlich

Die Immofinanz-Aktie lag am Donnerstag zunächst stark im Plus, gab aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Ähnlich erging es der Warimpex-Aktie. Dem Büroimmobilien- und Hotel-Entwickler haben Abwertungen bei Immobilien wegen der Coronakrise und nachgebende Fremdwährungen im ersten Quartal einen Nettoverlust beschert. Nach 66,5 Mio. Euro Rekordgewinn im gesamten Vorjahr und 11,8 Mio. Euro Periodengewinn Anfang 2019 gab es heuer von Jänner bis März ein Minus von 18,7 Mio. Euro.

Das Betriebsergebnis (Ebit) drehte von plus 7,5 Mio. Euro auf minus 2,4 Mio. Euro ins Minus. Grund waren laut Warimpex neben dem Ausbleiben von Veräußerungsgewinnen auch nicht cash-wirksame Effekte aus Immo-Bewertungen.

Die Vermietungs-Umsätze von Büroimmobilien legten im ersten Quartal im Jahresabstand um 32 Prozent auf 5,4 Mio. Euro zu. Dazu trug maßgeblich das im Mai eröffnete „Mogilska 43 Office“ in Krakau (Polen) bei. Die Hotel-Umsatzerlöse wuchsen um 18 Prozent auf 2,2 Mio. Euro – trotz rückläufiger Hotelumsätze ab März aufgrund der Coronakrise. Ein Grund für dieses Umsatzplus war das im September 2019 eröffnete Hotel in Darmstadt.  (ag/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2020)