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Reifeprüfung

Mathematik-Matura: "Definitiv schwieriger als zuletzt“

Symbolbild: Zentralmatura an Österreichs Schulen
Symbolbild: Zentralmatura an Österreichs SchulenAPA/HERBERT NEUBAUER
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Der Corona-Jahrgang hat die Mathe-Reifeprüfung hinter sich. Einige sollen leere Blätter abgegeben haben. Ein Massenphänomen sei das aber nicht gewesen.

Abrücken will Bildungsminister Heinz Faßmann nicht von seiner Idee. In die Maturanote sollen auch künftig die davor erbrachten schulischen Leistungen einfließen. Zurechtrücken muss der Minister seine Idee aber.

Dafür haben in den vergangenen Tagen jene Maturanten gesorgt, die ihre Prüfungen quasi leer abgegeben und die neue Regelung ausgenützt haben. Heuer setzt sich die Maturanote nämlich jeweils zur Hälfte aus der Note der Abschlussklasse und der Note der Prüfung zusammen. Schüler mit einem Einser, Zweier oder Dreier haben die Matura im jeweiligen fach automatisch bestanden.

Um ein Massenphänomen dürfte es sich bei der leeren Abgabe aber weder laut Schüler- noch laut Lehrervertretern handeln. Von 30 bis maximal 40 bekannten Fällen unter den rund 42.000 Maturanten spricht das Ministerium. Aus den Bildungsdirektionen in Oberösterreich, Tirol, Salzburg und der Steiermark seinen gar keine solchen Fälle gemeldet worden. Der Bildungsminister wandte sich am Donnerstag dennoch direkt an die Maturanten: „Wir wollen, dass die Matura ernstgenommen wird. Ich appelliere auch an die Schüler, dass sie eine Vorbildwirkung haben.“ Jene Maturanten, die leere Blätter abgegeben haben, seien „nicht die besten Makler für künftige Maturagenerationen“.

Minister will Feinabstimmung

In den nächsten Wochen will der Minister nun ein „Feintuning“ der künftigen Beurteilungskriterien vornehmen. Statt einer 50:50-Gewichtung zwischen Klausur- und Zeugnisnote könnte es im nächsten Jahr eine 70:30-Regelung, die auch heuer schon angedacht wurde, geben.

Um solche Fälle zu verhindern, sind im Ministerium aber auch andere Maßnahmen in Überlegung. Beispielsweise könnten die Noten der schriftlichen Klausur auf dem Maturazeugnis transparent gemacht werden. Die Schüler könnten aber auch zur positiven Absolvierung der Kompensationsprüfung verpflichtet werden.

Für den Corona-Jahrgang wird es keine Konsequenzen mehr geben. Hier werden keine Änderungen vorgenommen. Für den Großteil der diesjährigen Absolventen ist die schriftliche Matura am Donnerstag bereits zu Ende gegangen. Da stand die Prüfung im Fach Mathematik auf dem Programm. Ersten Rückmeldungen zufolge, die bei der Bundesschülervertretung eingegangen sind, dürfte die Prüfung „zwar schaffbar, aber definitiv schwieriger als zuletzt“ gewesen sein.

Im AHS-Bereich hätten Lehrer vereinzelt sogar gemeint, dass dieser Termin vermutlich sogar der schwierigste seit der Einführung der Zentralmatura 2015 gewesen sein könnte, sagte Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike. Für eine positive Note ist an den AHS aber vor allem der erste Teil entscheidend, bei dem die Grundlagen des Fachs abgeprüft werden. Deshalb, so ihre Vermutung, dürfte die Mathe-Matura nicht so schlecht ausfallen wie vor zwei Jahren, als rund 20 Prozent einen Fünfer auf die Klausur bekamen. Wahrscheinlich werde man irgendwo zwischen dem Vorjahr (AHS: rund elf Prozent Fünfer, BHS: 16 Prozent) und 2018 zu liegen kommen. „Definitiv geholfen" habe heuer auch, dass die Bearbeitungszeit um eine Stunde verlängert wurde.

Angekündigter Amoklauf

Grundsätzlich ist die Klausur an den allermeisten Schulen ohne Probleme verlaufen. Ausnahme war das BRG Wels. Dort gab es eine Amoklauf-Drohung auf Social Media. Mehrere Polizeieinheiten waren zur Schule ausgerückt und durchsuchten das Gebäude. Nachdem Entwarnung gegeben wurde, konnte die Mathe-Matura wie geplant stattfinden. Laut dem vermeintlichen Verfasser sei die Drohung nur „Satire" gewesen sein. Die Exekutive ermittelt wegen gefährlicher Drohung.

(j.n./APA)