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Neue Food-Container für den Donaukanal

Archivbild.
Archivbild.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die ursprünglich für Mai geplanten Street-Food-Container sollen schon bald auf der Vorkaifläche des Badeschiffs stehen. Einige Wirte liebäugeln derzeit wegen den Gastro-Abstandsregeln mit ähnlichen Konzepten.

Wien. Container mit Street-Food am Donaukanal – eigentlich plante der Betreiber Boxircus das Konzept schon für Mai (die „Presse“ berichtete). Um die 15 Container sollten einen Sommer lang „junge und spannende Food-Konzepte“ anbieten. Doch dann kam die Coronakrise dazwischen.

Die temporären Street-Food-Container sollen nun aber bald eröffnet werden. Die Aufbauarbeiten haben begonnen, der Start ist mit nächster Woche angedacht, wie die „Presse“ erfuhr. Vor dem Badeschiff bekommen so Lokalbesitzer während der Coronakrise die Möglichkeit, ihre Speisen und Getränke unkompliziert anzubieten. Details dazu will Boxircus aber noch nicht verraten.

Auch die Bar krypt und die Burgermacher beziehen einen der Container: „Wir werden zusammen unter anderem Cocktails und Sandwiches anbieten“, erzählt Chris Schilcher, der das krypt betreibt. Er sieht das Konzept als Chance während der Coronakrise: „Wo wird man heuer den Sommer verbringen? Am Kanal!“

 

Zwangsräumung der Adria?

Ursprünglich sollten die Container auf der Fläche der Adria Wien stehen. Diese ist aber „seitens des Vorpächters noch nicht geräumt und kann daher noch nicht bespielt werden“, wie es von der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) heißt, die den Donaukanal im Auftrag von Bund, Wien und Niederösterreich verwaltet. Die DHK will die Fläche rund um das Lokal Adria Wien nun zwangsräumen lassen.

Schon 2017 begann ein Rechtsstreit mit Gerold Ecker, der das Adria Wien und die Fläche vor dem Badeschiff betrieben hat. Von der DHK wurden diese neu ausgeschrieben, Eckers Pachtverträge seien abgelaufen, heißt es dort. Ecker hat Einspruch eingebracht – er geht davon aus, dass eine Räumung rechtlich nicht möglich sei.

Zumindest die Vorkaifläche des Badeschiffs ist aber bereits leer. Wo nun bald die Container stehen sollen, war eigentlich ein anderes Gastro-Konzept geplant: „Fräulein's fabelhafter Sommergarten“, ein bayrischer Biergarten mit Grillplatz. Die Fläche wurde nun vorübergehend frei.

Denn Aufbauarbeiten verzögern sich, unter anderem die Stromversorgung konnte nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. „Es hat sich anders ergeben: Ich konnte für diesen Sommer aussteigen und erst nächstes Jahr übernehmen“, erzählt Betreiberin Stephanie Edtstadtler. Ab Oktober soll die Gastronomin, die auch das Cafe Fräulein's im 7. Bezirk betreibt, die Fläche wie geplant nutzen können.

 

Container zur Überbrückung

Food-Container sind in Zeiten von Abstandsregeln in der Gastro eine Alternative geworden, mit der Wirte liebäugeln. „Einige Kollegen überlegen Essens-Container zu entwickeln“, erzählt Peter Dobcak, Gastronomie-Obmann der Wirtschaftskammer. Auch das Container-Unternehmen Boxircus berichtet davon, dass die Anfragen aus der Gastronomie steigen.

Doch viele würden warten, ob nicht weitere Lockerungen das Problem bald von selbst lösen könnten, so Dobcak. Bisher sei dies noch überschaubar: „Der Abstand ergibt sich meist durch die zögerliche Nachfrage von selbst.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2020)