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Pandemie

Coronavirus: Nur noch hundert in Österreichs Spitälern, Tourismus-Mitarbeiter werden getestet

Vienna's legendary five star Sacher hotel prepares for reopening
Diese Mitarbeiterin des Sacher wird vorerst noch nicht getestet.REUTERS
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Tourismusministerin Elisabeth Köstinger will Mitarbeiter mit Gästekontakt wöchentlich testen. In Österreich gehen Fallzahlen zurück, nicht so in Brasilien oder Israel.

Die Öffnung der Hotels, die seit heute, Freitag, möglich ist, werden von präventiven Corona-Mitarbeitertestungen im Tourismusbereich begleitet. Den Anfang machte die Wachau, eine von fünf Pilotregionen. Bis Juli werden österreichweit 65.000 Untersuchungen pro Woche angepeilt, teilte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) mit.

Neben der Wachau gelten das Montafon (Vorarlberg), der Wilde Kaiser (Tirol), Spielberg (Steiermark) sowie die Wörthersee-Gegend (Kärnten) als Pilotareale. In der Region Wilder Kaiser begannen die Untersuchungen ebenfalls am Freitag, in den übrigen Gegenden soll der Startschuss in den kommenden Tagen fallen. Bis zum Vollbetrieb Anfang Juli sollen noch mehr Regionen dazukommen. Die Kosten für die Untersuchungen werden vom Bund getragen, die Teilnahme der Betriebe ist freiwillig. "Im Vollausbau werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Gästekontakt einmal wöchentlich getestet werden können", blickte Köstinger voraus. 

Nur 103 Menschen in Behandlung

Indes zeigte sich bei den aktuellen Zahlen ein weiteres Abflauen der Pandemie: Seit Donnerstagfrüh sind dem Gesundheitsministerium zufolge (Stand 08:00 Uhr) nur 23 bestätigte Fälle dazugekommen. So sind derzeit bei 16.564 Menschen eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden, 15.347 sind wieder genesen. Nur noch 103 Patienten befinden sich im Krankenhaus, 25 davon auf der Intensivstation.

Fast die Hälfte der stationär aufgenommenen Patienten befinden sich in Wiener Krankenhäusern. Erstmals seit März seien weniger als 50 Menschen in Behandlung, verkündete der Landessanitätsdirektion und der medizinische Krisenstab der Stadt am Freitag. Wien hatte die Zahl der Todesfälle am Vortag um 23 Verstorbene nach oben korrigiert, nachdem Statistiker die Daten überprüft hatten.

Was die Coronavirus-Situation in Schulen und Kindergärten anbelangt, so sagte ein Sprecher des Krisenstabes: "Es gibt zehn neue Fälle." Zwei Erkrankungen gab es in Schulen, acht in Kindergärten. Nähere Informationen zu den einzelnen Standorten wurden nicht bekannt gegeben.

Starker Anstieg in Israel und Brasilien

Einen ungewöhnlichen Anstieg von Corona-Infektionen haben die Behörden in Israel festgestellt. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 64 Fälle bekannt - eine "vergleichsweise ungewöhnliche Zunahme". Das Ministerium mahnte die Bevölkerung, sich weiterhin an die Corona-Regeln zu halten. Im internationalen Vergleich ist Israel aber bisher gut durch die Pandemie gekommen. Nach Angaben des Ministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 16.872 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 14.679 sind wieder genesen. 284 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Ganz anders Brasilien: Das südamerikanische Land hat innerhalb von nur einem Tag 26.417 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Das sei der höchste Anstieg innerhalb von 24 Stunden seit Beginn der Covid-19-Pandemie, teilte das Gesundheitsministerium in Brasilia am Donnerstag mit.

Mindestens 26.754 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bisher gestorben. Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den Vereinigten Staaten. Die tatsächliche Zahl dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

(APA)