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Make my Day

Die Gene haben es gut gemeint mit Clint Eastwood. Sein Opa wurde 92, seine Mutter 96 und er feiert zu Pfingsten seinen 90er.

Bis zum Hunderter wird er wohl jährlich einen Film abspulen. Für ihn gehört das zur Routine wie für andere das Zähneputzen.

Im Hollywood-Kino ist Eastwood der große Solitär: „The Good“ unter den „Bads“ und „Uglies“, um einen Kultfim zu zitieren. Im Laufe der bald 70-jährigen Karriere ohne Highschool-Diplom, die einen Bogen spannt vom Rettungsschwimmer über den B-Movie-Darsteller und den knorrigen, schweigsamen Einzelgänger in Spaghetti-Western und der „Dirty-Harry“-Serie bis hin zum akklamierten Regisseur, sammelte er Titel und „Trophäen“: zwei Ehen, acht Kinder von sechs Frauen, vier Oscars und einen fürs Lebenswerk.

Politisch war dem Libertären und Kurzzeit-Bürgermeister im idyllischen Carmel indes weniger Glück beschieden. Mit Mitt Romney und jüngst Mike Bloomberg setzte er im Wahlkampf auf die falschen Pferde. Sein improvisierter Überraschungsauftritt als Stargast beim Parteitag der Republikaner 2012, als er ohne Script gegen Barack Obama vom Leder zog, ging in die Hose. Doch wenn sich der Jazz-Fan zuweilen in seinem Restaurant ans Klavier setzt, beschert er sich und vor allem den Gästen Glücksmomente – die komprimierte Philosophie aus „Dirty Harry“: „Make my Day.“ (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com