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Corona-Maßnahmen

Maskenpflicht in Schulen fällt - Singen und Sport wieder erlaubt

++ THEMENBILD ++ SCHULBEGINN FUeR VOLKSSCHULEN, AHS-UNTERSTUFEN, NEUE MITTELSCHULEN (NMS) UND SONDERSCHULEN NACH CORONA-SPERRE
APA/HELMUT FOHRINGER
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Die Maskenpflicht fällt sofort, ab dem 15. Juni darf dann Sport in den Schulen wieder stattfinden. Dabei soll der Stundenplan nicht geändert werden müssen: „Das will und werde ich ihnen nicht mehr antun“, erklärt der Bildungsminister.

Die drastische Reduktion der Interaktion konnte verhindern, dass Schulen bis zum Herbst geschlossen bleiben müssen. Die Schüler erhielten für die Rückkehr in die Klassenzimmer strenge Auflagen. "Die Regeln waren für Eltern, Schüler und Lehrer eine große Herausforderung, aber auch ein Freudentag", erklärte Bildungsminister Heinz Faßmann am Samstag bei einer Pressekonferenz. 90 Prozent der Schüler seien zurück gekommen, obwohl sie sich freistellen hätten lassen können. Das gleiche gelte für ältere Lehrer.

"Ich danke allen für ihre Kooperationsbereitschaft", betonte Faßmann. Die erfolgreiche Rückkehr und die geringen Infektionszahlen erlaube nun weitere Lockerungen: "Wir verlangen keinen Nasen-Mund-Schutz beim Betreten der Schule und auf den Gängen." Die neue Regelung gelte ab Mittwoch, nach den Pfingstferien. "Und es darf auch gesungen werden", fügte er hinzu. Das Virus sei aber nicht verschwunden, weswegen die Abstandsregeln und auch die Hygienemaßnahmen weiterhin gültig sind.

Sport und Bewegung

Man habe gelernt, dass Kinder keine „Spreader“ seien. Zwar gebe es immer wieder Verdachtsfälle und tatsächliche Infektionen, aber in keinem Land - Faßmann nennt Skandinavien als Beispiel - waren Infektionscluster auf Schulen zurückzuführen.

Mannschaftssport wäre in Zeiten von hohen Infektionslagen äußerst bedenklich gewesen, erklärt Faßmann und führt weiter aus: In der jetzigen Situation könne man durchaus diesen wieder zulassen. Somit könne ab 15. Juni der Sport ganz offiziell in die Schulen zurückkehren. Der Sportunterricht soll in der Volksschule an die vierte Schulstunde angehängt werden. In der zweiten Sekundarstufe an die fünfte Stunde.

Kein neuer Stundenplan

"Es wird keinen neuen Stundenplan geben, das will und werde ich ihnen nicht mehr antun", richtete der Bildungsminister seine Worte an die Lehrer sowie auch die Eltern. Der Schichtplan, um reduzierte Klassengrößen zu haben, werde jedoch beibehalten.

SPÖ und Neos begrüßen das Aus für die Maskenpflicht. Es seien aber immer noch viele Fragen offen. Für SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid ist nicht nachvollziehbar, wieso Sportunterricht nur freiwillig und als Ergänzungsunterricht angedacht ist. Sie wiederholte ihre Forderung nach einem eine Milliarde schweren Corona-Schulpaket für unter anderem mehr Schulpsychologen und Sozialarbeiter und kostenlose Tablets oder Laptops für alle Schüler. Außerdem brauche es eine Offensive für eine wohnortnahe, kostenfreie Betreuung im Sommer samt Summer Schools für jene Kinder, die im Homeschooling zurückgefallen sind.

Neos fordern Konzept für Sommerbetreuung

Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre hätte sich neben Lockerungen bei den "überzogenen Hygienevorgaben" und der Erlaubnis von Sport- und Musikunterricht auch erhofft, dass an den Volksschulen von Schicht- auf Normalbetrieb umgestellt wird. Das wäre für Eltern und Kinder eine echte Erleichterung gewesen, "die Zahlen hätten es zugelassen". Ärgerlich findet sie, dass sich niemand für die Sommerbetreuung verantwortlich fühle, obwohl viele Eltern für das Homeschooling ihren Urlaub aufgebraucht hätten. Es brauche rasch ein Betreuungskonzept der Regierung für diese Zeit, das auch ein "Aufholkonzept" für jene Schüler sein müsse, die aus verschiedensten Gründen nicht mit dem Heimunterricht zurecht gekommen sind.