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Das Duell um die Herzen der Gamer

Derzeit hat Microsoft die Nase vorne – jedoch nur theoretisch.
Derzeit hat Microsoft die Nase vorne – jedoch nur theoretisch.(c) Mathias Rittgerott / dpa / pictu (Mathias Rittgerott)
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Als 2013 die Xbox One und die Playstation 4 präsentiert wurden, war der Gewinner schnell klar. Mit der Xbox One X Series und der PS5 beginnt ein neues Wettrennen.

Nach sieben Jahren ist es wieder so weit. Sony und Microsoft werden schon bald ihre neuen Konsolen vorstellen. Wird dieses Mal die Xbox X Series das Rennen machen, oder behält Sony mit seiner Playstation die Oberhand? Das letzte Mal entschieden die Japaner das Rennen deutlich für sich. Daran will der Mitbewerber freilich nicht mehr denken und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Details zur neuen Xbox X Series. Indes zeigen sich die Japaner gewohnt zugeknöpft.

Selbst bei der Aktionsärsversammlung reagiert der CFO des Unternehmens verhalten. Auf die Frage, ob man aufgrund mangelnder Werbung das Feld Microsoft überlasse, rät er lediglich dazu, die Verkaufszahlen abzuwarten. Die Selbstsicherheit kommt nicht von ungefähr. Mehr als 110 Millionen Mal wanderte die PS4 über den Ladentisch und verkaufte sich damit deutlich besser als die Xbox One von Microsoft, deren Verkaufszahlen schon bald nicht mehr veröffentlicht wurden.

Der Vergleich der Konsolen. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft sollen beide Konsolen erhältlich sein. Doch schon nächste Woche könnte Sony seine Playstation 5 präsentieren und damit das letzte Rätsel vollständig lösen. Denn bis jetzt ist das Design der Sony-Konsole gänzlich unbekannt.

Details zur technischen Ausstattung haben beide Hersteller bereits mit der Öffentlichkeit geteilt. Dass beide Hersteller hierfür auf die neueste AMD-Technologie hinsichtlich Grafik und Prozessor setzen, ist nicht sonderlich überraschend. Erneut werkeln SoC-Lösungen in den Konsolen, also eine Kombination aus CPU und GPU statt dedizierter Grafikkarte. Das ergibt Sinn, sowohl was den Platz als auch die gesamte Architektur der Systeme angeht. CPU und GPU können so optimal aufeinander abgestimmt werden.

Beim Arbeitsspeicher sind 16 Gigabyte das Maß der Dinge. Bei der Grafikeinheit gehen Sony und Microsoft dann deutlich andere Wege. Sony setzt auf hohe Taktraten von 2,23 GHz, ebenfalls dynamisch wie bei der CPU, werkelt aber lediglich mit 36 Compute Units. Microsoft hingegen setzt auf satte 56 Compute Units, die mit einem Takt von 1,825 GHz arbeiten. Das entspricht in etwa einer Leistung von 12 Teraflops. Damit macht die Xbox X Series zumindest von der technischen Ausstattung her das Rennen.

Doch entschieden ist der Wettkampf noch lange nicht. Klar ist schon jetzt, dass beide Konsolen wahre Leistungsmonster sind und ins 4K-Zeitalter vorstoßen. Wer das Rennen machen wird, das hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Microsoft will bei Exklusivtiteln aufholen, lässt aber Fans und potenzielle Kunden noch im Dunkeln. Bekannt ist, dass „Halo Infinite“ – ein wahrlicher Pflichttitel für die Xbox – auf jeden Fall zum Start der Konsole erhältlich sein wird. Ebenfalls bestätigt sind der Nachfolger von Hellblade „Senuas Saga“ und „Cyberpunk 2077“.

Eine Wunschliste. Sonys Ablehnung gegen eine Abwärtskompatibilität könnte zum Hemmschuh werden. Während Microsoft-Spiele, die auf der Xbox One gekauft wurden, auch auf der neuen Konsole gespielt werden können. Zudem verspricht der Hersteller kurze Ladezeiten. Die technische Ausstattung lässt darauf hoffen, dass Microsoft hier seine Versprechen einhält.

Beide Unternehmen betonen, dass die Coronapandemie keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit haben wird und sie somit ziemlich zeitgleich verfügbar sein werden. Letztendlich könnte der Preis das entscheidende Zünglein an der Waage sein.