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Fußball

An Tagen wie diesen

Geisterspiele vor leeren Rängen spalten die Anhängerschaft. „Totentanz. Furchtbar“, sagt auch ein Fotograf, der Union Berlin seit 2009 begleitet.
Geisterspiele vor leeren Rängen spalten die Anhängerschaft. „Totentanz. Furchtbar“, sagt auch ein Fotograf, der Union Berlin seit 2009 begleitet.(c) REUTERS (POOL)
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Exakt ein Jahr nach dem Aufstieg spielt Union Berlinzu Hause. Ein Festtag für Fans eigentlich. Doch nichts ist wie sonst in Coronazeiten. Ein Besuch.

Der Weg zum Stadion an der Alten Försterei, der Heimstätte des 1. FC Union Berlin, führt durch eine verschlafene Wohngegend im Südosten der Hauptstadt,vorbei an Schrebergärten und entlang eines kleinen Flusses, der Wuhle heißt. Ein Schwan brütet ungestört am Ufer, während sich hinter ihm ein Ziegelmauerwerk zu erkennen gibt: die Fassade des Stadions. In gewöhnlichen Zeiten würden Tausende Fans den Weg bevölkern. Ganz sicher würden viele den Schlachtruf „Eisern Union“ in den Berliner Himmel schreien. Aber es ist nichts zu hören außer dem Soundtrack der Natur, dem Zwitschern der Vögel. Weniges deutet an diesem frühen Mittwochabend darauf hin, dass hier in zwei Stunden Bundesligafußball gespielt wird, dass Union dann Mainz empfängt. Das ist zwar kein Leckerbissen. Aber in seuchenfreien Zeiten fände das Spiel vor vollem Haus statt. Union ist ausverkauft. Immer.