Haider: Schwarz "auf Seite von Rechtsbrechern"

Ortstafel-Konflikt: Jörg Haider kritisiert die "einseitige Haltung" des Klagenfurter Bischofs. Dieser hatte gefordert, "dem unwürdigen Schauspiel ein Ende zu setzen".

Scharf reagiert hat der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider auf eine Predigt von Diözesanbischof Alois Schwarz. Dieser hatte bei der Jahresschlussandacht im Klagenfurter Dom gefordert, "dem unwürdigen Schauspiel um die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten ein Ende zu setzen" und zur "Respektierung und Achtung demokratisch legitimierter Einrichtungen des Rechtsstaates" aufgerufen. Ein mehr als "unwürdiges Schauspiel" in der Geschichte unseres Rechtsstaates liefere jedoch der Verfassungsgerichtshof (VfGH) selbst, konterte Haider.

Wie schon so oft in der Vergangenheit leiste die Kirche in Kärnten keinen Beitrag zu einer friedlichen Lösung der Ortstafelfrage, meinte der BZÖ-Politiker. Der Bischof vergesse, wer der Urheber dieses "unwürdigen Schauspieles" gewesen sei. Nach 25 Jahren einer von allen akzeptierten gesetzlichen Ortstafellösung habe "ein radikaler Nationalslowene" mit einer Klage vor dem VfGH die Debatte um die Ortstafeln wieder begonnen. Es sei also weder der Landeshauptmann noch seine Partei gewesen, welche die Ortstafelfrage neuerlich in die politische Diskussion gebracht hätten.

Als Landeshauptmann und "bekennender Katholik" bedauere Haider die "einseitige Haltung des Bischofs", der sich damit "auf die Seite von Rechtsbrechern stelle", die aus "nationalistischem Fanatismus" den sozialen Frieden in Kärnten gefährden wollten. Christen sollten eigentlich dem Frieden dienen, meinte Haider. Der Bischof stehe mit seiner Predigt jedoch "auf der Seite der Friedensbrecher". (APA/Red.)


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