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Anti-Rassismus-Aufstände

Virgil Abloh erntet Shitstorm für Kritik an Protesten

(c) REUTERS (Charles Platiau)
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Der Designer von Off-White und Louis Vuitton schien sich auf Social Media mehr über die geplünderten Streetwear-Shops in Los Angeles als über die Gründe für die Anti-Rassismus-Demonstrationen zu sorgen.

Virgil Abloh, Designer des Streetwear-Labels Off-White und der Männerkollektion von Louis Vuitton, wird aufgrund seiner Reaktionen auf die Anti-Rassismus-Proteste in den USA, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt aufgekommen sind, scharf kritisiert.

Der Designer schrieb unter ein Video, das Designer Sean Wotherspoon veröffentlichte und das zeigt, wie zwei Shops in Los Angeles geplündert werden, folgendes: "Das widert mich an ... Wir sind Teil einer gemeinsamen Kultur. Ist es das, was ihr wollt?"

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Morning LA @roundtwohollywood @roundtwovintage

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Auf seinem eigenen Instagram-Account schrieb der 39-Jährige, der zu den bekannteste und erfolgreichsten dunkelhäutigen Designer zählt, dass die Plünderer wohl nicht Teil der breiten Streetwear-Community waren und unterscheidet zwischen Streetwear und "Streetwear". „Streetwear ist eine Kultur. 'Streetwear' ist eine Ware. " schreibt er dazu.

Spende im Wert von 50 Euro

Abloh würde die Proteste nur auf einen Kulturkrieg reduzieren, lauten nun die Vorwürfe der Kritiker. "Virgil ist besorgter darüber, dass Menschen einen WEISSEN Shop plündern als über Polizeigewalt", heißt es etwa auf Twitter. Außerdem werden andere Designer herangezogen, die anders auf die Plünderungen reagierten haben. So etwa Marc Jaocbs, dessen Shops zerstört wurden. Er schrieb: "Besitz kann ersetzt werden, Menschenleben nicht.“

Ebenfalls kritisiert wurde Ablohs Spende für die Kaution der Demonstranten in der Höhe von 50 Dollar. "Virgil spendet 50 Dollar und will dafür ein Schulterklopfen. Das billigste Produkte in seinem Store sind ein Paar Socken für 115 Dollar (Im Sale gerade für 57 Dollar). Lasst das einmal auf euch wirken."

Mode spielt Rolle bei Veränderung

Starke Worte findet Edward Enninful, als Chefredakteur der britischen "Vogue" ebenfalls eine der wichtigsten dunkelhäutigen Männer im Modelbusiness. Auch er verurteilt die Plünderungen "Wir müssen uns und unsere Nachbarn weiterbilden, sonst hören die Gräueltaten nicht auf. Ich kann die Gewalt, die in ganz Amerika und anderen Städten ausbricht, nicht gutheißen. Ich dulde die Plünderungen nicht. Ich unterstütze die Redefreiheit und das Protestrecht der Menschen, obwohl ich darauf hinweisen möchte, dass die Menschen angesichts der Pandemie angemessene Sicherheitsvorkehrungen treffen sollten."

Er sieht auch die Modewelt in der Verantwortung. "Die Mode spielt dabei eine Rolle. Sie nimmt einen einzigartigen Platz im Zeitgeist ein und hat die einzigartige Fähigkeit, Denkweisen zu ändern. Ich flehe Modemarken, Magazine und Einzelhändler an, mehr Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu beschäftigen - ich glaube wirklich, dass dies der einzige Weg ist, um echte Veränderungen herbeizuführen."

>>> Artikel auf „Vogue"

(chrile)