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Aktienmarkt

Heimische Bundesanleihen weiterhin gut nachgefragt

Österreich sei für die Investoren nach wie vor ein sehr sicherer Hafen, heißt es aus der Bundesfinanzierungsagentur. Die starke Nachfrage nach heimischen Bundesanleihen setzt sich im Juni weiter fort.

Österreich weise aktuell auf das Jahr betrachtet die höchste Bid-Cover-Ratio im Euroraum auf, sagt Markus Stix, Geschäftsführer der österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA). Die Bid-Cover-Ratio bildet das Verhältnis zwischen der Nachfrage nach einer Anleihe und der tatsächlichen Zuteilung bei einer Auktion ab. Bei der Bundesanleihen-Auktion heute, Dienstag, wurden eine 10-jährige und eine dreijährige Anleihe für insgesamt 1,38 Milliarden Euro aufgestockt.

Dabei seien die zehnjährige Anleihe 2,55-fach und die dreijährige 2,68-fach überzeichnet gewesen. Österreich sei für die Investoren nach wie vor ein sehr sicherer Hafen, sagt Stix. Die Emissionsrenditen fielen jeweils negativ aus. So erzielte die zehnjährige Anleihe eine Emissionsrendite von minus 0,143 Prozent, bei der dreijährigen lag sie bei minus 0,566 Prozent.

Weiter verbessert habe sich der Zinsabstand zu den deutschen Anleihen. So ging dieser bei der zehnjährigen Anleihe von 39 Basispunkten bei der vergangenen Auktion im Mai auf 27 Basispunkte zurück und auch beim dreijährigen Papier habe sich der Spread weiter eingeengt.

Anleger fühlen sich wieder sicherer

Zurückzuführen sei diese Entwicklung einerseits auf die Reduktion der Unsicherheit der Anleger durch das von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgelegte Corona-Notprogramms (PEPP) sowie durch die vorgelegten EU-Wiederaufbaupläne der Europäischen Kommission. Zudem seien die Zinsen in Deutschland etwas gestiegen, da die Anleger einpreisen würden, dass Deutschland bei einem EU-Wiederaufbauprogramm die größte Last zu tragen habe, sagt Stix. Daher habe sich der Zinsabstand zu anderen EU-Ländern, darunter auch Österreich, reduziert.

Ob die EZB ihr Notprogramm noch stärker ausweiten wird, werde sich am Donnerstag bei der nächsten Sitzung des EZB-Rats zeigen, sagt der OeBFA-Chef. Es gebe noch viele offene Fragen, erste Schätzungen von Experten gingen aber von einer Ausweitung des 750 Milliarden Euro schweren Programms um weitere 500 Milliarden. aus. Am Markt sei eine Ankündigung seitens der EZB am Donnerstag bereits eingepreist.

(APA)