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Washingtons Erzbischof kritisiert Trumps Besuch bei Papst-Denkmal

Trump und Melania posieren vor dem Papst-Denkmal
Trump und Melania posieren vor dem Papst-DenkmalREUTERS
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Der Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, sagte am Mittwoch, er finde es "verwerflich", dass sich eine katholische Einrichtung auf diese Weise missbrauchen und manipulieren lasse.

Der Besuch von US-Präsident Donald Trump bei einem Schrein für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. in Washington ist auf scharfe Kritik der katholischen Kirche gestoßen. Der Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, sagte am Mittwoch, er finde es "verwerflich", dass sich eine katholische Einrichtung auf diese Weise missbrauchen und manipulieren lasse.

Johannes Paul II. sei ein Verfechter von Menschenrechten gewesen, betonte der afroamerikanische Geistliche. Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am Montag vergangener Woche in Minneapolis werden die USA von Unruhen erschüttert.

Donald Trump und First Lady Melania legten am Dienstag einen Kranz am Denkmal des verstorbenen Papstes nieder. Der Schrein in der US-Hauptstadt wird nicht vom Erzbistum, sondern von der Laienvereinigung Kolumbusritter betrieben.

Trump-Pose mit Bibel

Bereits am Montagabend hatte ein Besuch Trumps bei einer Kirche scharfe Kritik ausgelöst. Nachdem er in einer Ansprache mit dem Einsatz des Militärs wegen der Unruhen gedroht hatte, ging Trump zur St.-John-Kirche nördlich des Weißen Hauses, um vor dem Gotteshaus mit einer Bibel zu posieren. Die Umgebung ließ er zuvor gewaltsam von Demonstranten räumen.

Gregory teilte mit, Papst Johannes Paul II. hätte den Einsatz von Tränengas gegen Demonstranten für einen Foto-Termin vor einer Kirche sicherlich nicht gutgeheißen. Die Bischöfin der Episkopal-Diözese Washington, Mariann Edgar Budde, hatte Trumps Vorgehen bereits am Montagabend kritisiert. Sie sagte dem Sender CNN, der Präsident habe eine der Kirchen ihrer Diözese "ohne Erlaubnis als Hintergrund für eine Botschaft verwendet, die den Lehren Jesu und allem widersprechen, wofür unsere Kirchen stehen". Er habe den Einsatz von Tränengas gebilligt, um den Weg zur Kirche zu räumen, und er ignoriere den Schmerz der Menschen im Land.

(APA)