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Kommentar

Wie viel Chuzpe der SPÖ ist den Wienern zumutbar?

Das Donauinselfest muss wegen der Corona-Pandemie im Bonsai-Format stattfinden. Und soll, wie Parteimanagerin Barbara Novak sagt, zur „wahlkampffreien Zone“ werden. Genau.

Was sich seit Wochen abgezeichnet hat, muss nun die Wiener SPÖ sich selbst und der Öffentlichkeit eingestehen: Angesichts der Corona-Pandemie kann das Donauinselfest mit seinen im Vorjahr 2,7 Millionen Besuchern heuer unmöglich stattfinden. Ein Bus wird den Sommer über stattdessen quer durch Wien fahren. Konzerte auf der Insel gibt es im Bonsai-Format mit maximal 1500 Besuchern. So weit, so unspektakulär.

Die Konzerte sollen – um doch noch ein möglichst großes Publikum zu finden – auch im TV und Radio übertragen werden. Alles o. k. also? Fast: Denn das Spektakel soll drei Wochen vor dem Termin der Wiener Landtags- und Bezirkswahlen über die Bühne gehen. Also innerhalb jener Zeitspanne, die üblicherweise nicht ganz zu Unrecht als die heiße Phase des Wahlkampfes bezeichnet wird.

Wiens SPÖ-Parteimanagerin Barbara Novak meint dazu am Mittwoch unverdrossen: „Das Donauinselfest ist wahlkampffreie Zone.“ Die Frau ist ihre Gage wert. Auf die Idee muss man einmal kommen! Hat ja auch gar nichts miteinander zu tun, die Wiener SPÖ und das Donauinselfest. Deren Spitzenkandidat Michael Ludwig wird die Veranstaltung – wenn überhaupt! – sicher nur inkognito, vielleicht mit Werner Koglers grüner Brille oder gar mit Gernot Blümels Ovid-Band vor dem Gesicht, aufsuchen. Wie viel SPÖ-Chuzpe ist den Wienern eigentlich zumutbar?