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Hitlers Geburtshaus: Kein Stil, keine Idee, keine Sprache

Der Entwurf von Marte Marte mit Grabendach
Der Entwurf von Marte Marte mit Grabendach(c) APA/AFP/JOE KLAMAR (JOE KLAMAR)
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Vieles hätte man aus dem Hitler-Haus in Braunau machen können. Man entschied sich, auch architektonisch, für das Schwächste, die Neutralisierung.

Mit wehenden Haaren läuft ein Mädchen über eine Blumenwiese auf das Haus zu, eine junge Frau sonnt sich derweil in einer Mauernische, ein strahlender Vater trägt sein Kind daran vorbei, sogar ein Bobo-Fahrrad-Blumenstand hat Platz gefunden. Die Idylle drückt.
Architektur-Renderings, also die Visualisierung architektonischer Lebensträume, sind an sich schwer zu ertragen. In diesem Fall nahezu unerträglich. Stellt doch diese Wohlfühloase in ihrer aalglatten Perfektion die politisch verordnete Verdrängung der Erinnerung an Österreichs Mitschuld am NS-Terror aufs Peinlichste bloß. Es sind Bilder des geplanten Umbaus von Hitlers Geburtshaus in Braunau, präsentiert am Dienstag bei einer Pressekonferenz von Innenminister Karl Nehammer. Das erbärmliche Ergebnis einer jahrzehntelang geführten Diskussion, wie mit diesem Unort umzugehen sei – der natürlich, wie jeder Geburtsort, historische Relevanz hat. In diesem Fall aber keine inhaltliche, Hitler verbrachte hier nur die ersten Lebensmonate. Vor allem aber hat er Relevanz als Pilgerort für Idioten – und als Chance für die Stadt Braunau, die damit umgehen muss.