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Quergeschrieben

Beeinträchtigt Corona das Denkvermögen der Millennials?

Dank der Pandemie werden jene ökonomischen Rezepte wieder salonfähig, die am wenigsten geeignet sind, die vom Virus zerstörte Wirtschaft zu reanimieren.

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Zu den großen, eher ungeklärten Rätseln der Gegenwart gehört der Umstand, dass auf der ganzen Welt – vielleicht mit Ausnahme Osteuropas und der postkommunistischen Welt – junge Menschen wieder in der ein oder anderen Form mit dem Sozialismus liebäugeln. Und zwar nicht mit dem, was die derzeitige europäische Sozialdemokratie so darstellt, sondern richtig Hardcore: Verstaatlichung, Enteignung, Planwirtschaft statt Markt und all that jazz.

Es ist dies übrigens keine paranoide Vermutung ohne Erdung in der Realität, sondern ein demoskopisch bestens gesicherter Befund. Selbst in den USA, dem Herzland des Kapitalismus, misstraut diesem rund die Hälfte der Jungen, während die andere Hälfte den Sozialismus für attraktiver hält; in Deutschland ist ganz Ähnliches zu beobachten. Das ist nicht nur akademisch interessant, sondern hat Auswirkungen auf die Politik und unser aller Leben. Denn nicht nur die Regierung in Wien regiert – in dem Falle wohl ein wenig nach dem Vorbild der deutschen Kanzlerin – sehr umfragegetrieben, das ist mittlerweile Standard des Politbetriebes. Und hat zur Folge, dass ein stark in Richtung sozialistischer Ideen driftender Teil des Elektorates die Politik entsprechend treibt.