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Schwedischer Weg

Der schwedische Weg ist nun also zu Ende. Beziehungsweise er endet nun wieder dort, wo er immer geendet hat: auf einem großen Parkplatz in Vösendorf.

Viel mehr interessieren sich die Menschen hierzulande aber für den italienischen Weg. Und der endet derzeit auf dem Brenner und in Thörl-Maglern. Nach Rom führt noch kein Weg.

Wobei Wege es ja so an sich haben, dass sie irgendwo enden. Alfred Gusenbauer sagte zum Beispiel immer: Die Wege entstehen im Gehen. Es ging eine Zeitlang, dann nicht mehr. Dann erschloss er sich eben neue Wege – bis hin nach Kasachstan.

Vor Gusenbauer waren die Sozialdemokraten schon den dritten Weg gegangen. Auch er endete – letztlich bei Esken/Borjans, Jeremy Corbyn und Bernie Sanders. Ein anderer Sozialdemokrat, einer vom rechten Flügel, Sebastian „Koste es, was es wolle“ Kurz, wiederum erklärte, der Weg habe erst begonnen. Zwei Jahre, nachdem er erklärt hatte, es sei Zeit. Auf dem entsprechenden Zeit-Weg-Diagramm zeigt die Kurve jedenfalls kontinuierlich nach oben. „Flatten the curve“ ist daher das Ziel der Opposition. Auch die Grünen machen da nun wieder vermehrt mit.
Und ja: Der „American Way of Life“ ist auch nicht mehr, was er einmal war. (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2020)