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Daniel Barenboim: „Musik existiert im Raum“

Plädoyer für Livemusik: Daniel Barenboim vor den – noch leeren – Reihen des Wiener Musikvereins.
Plädoyer für Livemusik: Daniel Barenboim vor den – noch leeren – Reihen des Wiener Musikvereins.(c) APA/AFP/JOE KLAMAR
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Ab heute wird im Goldenen Saal wieder musiziert: Die Wiener Philharmoniker bestreiten unter Daniel Barenboim das erste Konzert nach Corona.

Musik muss live gespielt sein und live gehört werden“, ist Daniel Barenboim überzeugt. Inmitten der Coronakrise war der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden einer der ersten Künstler, die dafür plädierten, auf die Kunst nicht zu vergessen. Anlässlich seines vom Fernsehen live übertragenen, vor leeren Publikumsrängen stattfindenden Konzerts der Staatskapelle Berlin zum 75. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs wies er darauf hin, dass er viel von Gesundheit und Ökonomie höre. Beides sei wichtig, es dürfe aber nicht auf die Kultur vergessen werden. Ein Appell, der bald von der Politik in Deutschland aufgegriffen wurde. Warum sie bis zu diesem Zeitpunkt kein Thema war? „Weil Politiker davon keine Ahnung haben“, lautet Barenboims unmissverständliche Antwort.

Hätte das Coronavirus nicht das für Mai und Juni geplante Musikfest des Musikvereins zum Erliegen gebracht, wäre Barenboim in diesem Rahmen mit den Wiener Philharmonikern mit Mahler und einem Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus vertreten gewesen. Aus diesen Projekten wird nichts. Seit bekannt ist, dass mittlerweile Konzerte vor hundert Personen stattfinden können, hat man im Musikverein fieberhaft an einem Ersatzprogramm gearbeitet. Und das liegt mittlerweile vor: mit nicht weniger als 42 Konzerten an 22 Tagen, für deren Startschuss nun die Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim sorgen.