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"Hinterfragenswertes Frauenbild": Kritik an Geisler hält an

Ingrid Felipe (Grüne) und Josef Geisler (ÖVP) bei der Übergabe einer Petition gegen das Wasserkraftwerk Tumpen-Habichen. Die
Ingrid Felipe (Grüne) und Josef Geisler (ÖVP) bei der Übergabe einer Petition gegen das Wasserkraftwerk Tumpen-Habichen. DieAPA/WWF ÖSTERREICH
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Tirols ÖVP-Vize-Landeschef hatte eine WWF-Aktivistin ein "widerwärtiges Luder“ genannt. Die Opposition stößt sich aber auch am Verhalten von Ingrid Felipe.

Die Aufregung um Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP), der am Mittwoch am Landhausplatz eine WWF-Aktivistin als "widerwärtiges Luder" bezeichnet hatte, hat die Opposition weiter zu Kritik veranlasst. Die SPÖ-Frauen zeigten sich in einer Aussendung "entsetzt" über den "respektlosen Umgang", die Neos fordern eine "offizielle und aufrichtige Entschuldigung".

"Derartige Entgleisungen offenbaren wieder einmal ein höchst hinterfragenswertes Frauenbild, das in Tirol immer noch viel zu häufig vorherrscht", sagten Tirols Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim und ihre Stellvertreterin Elisabeth Fleischanderl (beide SPÖ). "Solche Worte hätte Geisler wohl für einen Mann nicht gewählt", waren sie überzeugt. Die Politikerinnen forderten "klare Worte der Distanzierung" und eine Stellungnahme von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und der Bundes-ÖVP.

Auch von der bei dem Vorfall anwesenden Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) zeigten sich die SPÖ-Frauen "enttäuscht", da sie bei der "herablassenden Äußerung das Lächeln nicht verliert und auch nicht widerspricht".

Neos-Klubobmann Dominik Oberhofer stieß sich ebenfalls an Felipes Verhalten: "Dass der grüne Koalitionspartner nur regungs- und tatenlos daneben steht, ist leider nichts Neues mehr", hieß es. Geisler müsse sich entschuldigen, ansonsten sei er "rücktrittsreif". "Sexistische Diffamierungen dürfen bei uns keinen Platz haben", sagte Oberhofer.

 

(APA)