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Coronakrise

EU verstärkt Ermittlungen wegen Finanzbetrügern

Da Wirtschaftskrisen in der Regel zu einem Anstieg von Geldwäsche, Betrug und Korruption führen, verstärkt die EU das Ermittlungsteam.

Die EU erwartet vermehrt Finanzkriminalität in der Coronakrise und stellt eine neue Ermittlertruppe auf. Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung von Finanz- und Wirtschaftsvergehen (EFECC) ging am Freitag an den Start. Es soll den Mitgliedstaaten unter anderem dabei helfen, Beihilfebetrug im Zuge des aktuellen Konjunktureinbruchs aufzudecken. Die Gruppe aus zunächst 65 Experten arbeitet unter dem Dach der EU-Polizeibehörde Europol und soll in erster Linie Informationen sammeln.

„Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben unsere Wirtschaft geschwächt und für neue Anfälligkeiten gesorgt, die Kriminalität nach sich ziehen können", erklärte Europol-Chefin Catherine De Bolle. Wirtschaftskrisen führten üblicherweise zu einem Anstieg von Geldwäsche, Betrug und Korruption. Zur Bekämpfung dieser Delikte würden die neuen Ermittler nun eingesetzt.

Besonders im Fokus stehen laut Europol die Bauindustrie, das Gastgewerbe und die Tourismusbranche, weil dort viele Unternehmen ums Überleben kämpfen. Dies nutzten Verbrecher, um öffentliche Hilfsgelder abzugreifen. Betrugsfälle gebe es zudem im Bereich der Medizinausrüstung. Die neue Truppe soll dazu beitragen, dass die Gewinne von kriminellen Geschäftemachern künftig stärker eingezogen werden können. Bisher liegt die Erfolgsquote in Europa nach Schätzung der Behörde lediglich bei einem Prozent.

(APA)