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Salzburger Festspiele

Helga Rabl-Stadler bleibt bis 2021

Die Präsidentin: Helga Rabl-Stadler mit dem kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz, Intendant Markus Hinterhäuser und Landeshauptmann Wilfried Haslauer.
Die Präsidentin: Helga Rabl-Stadler mit dem kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz, Intendant Markus Hinterhäuser und Landeshauptmann Wilfried Haslauer.(c) APA/BARBARA GINDL
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Der Vertrag der langjährigen Präsidentin von Österreichs Prestigefestival wurde um ein weiteres Jahr verlängert.

Sie werde nur bis zum Ende der Jubiläumsfestspiele bleiben, hatte Helga Rabl-Stadler immer beteuert. Nun wird ihr Vertrag als Präsidentin der Salzburger Festspiele um ein Jahr bis Ende 2021 verlängert. Und trotzdem stimmt Rabl-Stadlers Aussage immer noch: Aufgrund der Corona-Krise können die Festspiele 2020 nicht in der geplanten Form stattfinden. Sie werden heuer zehn Tage später beginnen als ursprünglich angekündigt. Und sie werden in einer „abgespeckten Form“ abgewickelt, die am kommenden Dienstag vorgestellt werden soll: Der „Jedermann“ wird dabei sein, dem Hörensagen nach auch die „Elektra“.

Doch werden alle Opernproduktionen und spektakulären Konzertprogramme, die sich Intendant Markus Hinterhäuser zur Feier des 100. Geburtstags der Festspiele ausgedacht hat, zu erleben sein – was heuer nicht gespielt werden kann, wird 2021 auf dem Programm stehen. Landeshauptmann Haslauer formulierte das anlässlich der Bekanntgabe der Entscheidung, dass heuer im Sommer – wenn auch reduziert – gefeiert wird, als Verlängerung der Festivitäten: Auch 2021 werde noch ein Jubiläumsjahr sein. Und so lang wird, wie versprochen, Helga Rabl-Stadler Präsidentin sein.

 

Ausschreibung muss erfolgen

Trotz allem muss die Funktion jetzt bereits ausgeschrieben werden. So verlangt es das Festspielgesetz. Da aber in allen zuständigen Gremien Freude über die Zusage Rabl-Stadlers herrscht, bis zum Ende der Jubiläums-Feierlichkeiten im Amt zu bleiben, sei das in diesem Fall reine Formsache, so Haslauer: Rabl-Stadler habe die Festspiele „in den vergangenen 25 Jahren geprägt, ein Jubiläumsjahr ohne sie ist für mich kaum vorstellbar.“

Mit den Worten „Außer dem Amt des Bundespräsidenten gibt es kein Amt, das ich lieber antreten würde als das Amt des Präsidenten der Salzburger Festspiele“ hat Rabl-Stadler im Jänner 1995 ihr Amt angetreten. Die Zeiten waren schwierig, denn mit Gerard Mortier hatten die Festspiele damals einen Intendanten, der Publikum und Kritik entzweite, indem er auf radikale Veränderungen nach der langen Ära Herbert von Karajans setzte und nicht immer vorsichtig mit starken Sprüchen war. Rabl-Stadler musste damals manche Häme und Unfreundlichkeit einstecken, schaffte es aber, neben dem streitbaren Manager als ausgleichender und nicht selten besänftigender Faktor zu wirken. In der Folge arbeitete sie mit so unterschiedlichen Intendanten-Persönlichkeiten wie Peter Ruzicka, Jürgen Flimm, Sven-Eric Bechtolf oder Alexander Pereira mehr oder weniger harmonisch zusammen; wobei von ihrer Seite niemals irgendwelche Zwistigkeiten an die Öffentlichkeit getragen wurden.

Im „Übergangsjahr“ nach dem Abgang von Jürgen Flimm machte sie dann aber kein Hehl daraus, dass die Zusammenarbeit mit dem Interims-Intendanten Markus Hinterhäuser besonders reibungslos und produktiv verlaufen sei.

Dass Hinterhäuser mittlerweile die künstlerische Leitung der Festspiele in Händen hält, erfüllt sie merklich mit Zufriedenheit. In aller Welt tritt sie an seiner Seite als Werbeträgerin für „ihr“ Festival in Erscheinung. Gerade in Krisenzeiten bewährt sich, dass die Präsidentin laut Eigendefinition „unfähig zur Frustration“ ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2020)