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Black-Lives-Protest

Heikler Protest in Pandemiezeiten

Die Bilder aus aller Welt, hier aus Wien am Freitag, ähneln einander. Die Sorgen vor einer neuen Infektionswelle auch.
Die Bilder aus aller Welt, hier aus Wien am Freitag, ähneln einander. Die Sorgen vor einer neuen Infektionswelle auch.(c) APA/HANS PUNZ (HANS PUNZ)
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Die Demos haben für viel Zuspruch gesorgt – und für Sorgen, angesichts der Corona-Lage. Wer muss hier eingreifen? Polizei, Ministerium und Länder spielen sich den Ball zu.

Wien. Weltweit sind in den vergangenen Tagen zehntausende Menschen zusammengekommen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Auch in Österreich: Hier wurden am Wochenende, nach zwei Großdemonstrationen in Wien vorigen Donnerstag und Freitag, die Länder zu den Schauplätzen des Geschehens: Aus Graz wurden 10.000 Teilnehmer gemeldet, aus Salzburg 4000, in Linz nahmen 3000 Menschen an der Kundgebung unter dem Motto „Black Lives Matter“ teil – und auch in Innsbruck, Bregenz und Klagenfurt demonstrierten Tausende.

Die Slogans ähneln einander weltweit, wie auch die Bilder: Demonstranten, oft sehr junge, großteils tragen sie Mund-Nase-Masken – Abstände halten können sie kaum. Und so sorgt die Protestwelle gegen Rassismus neben viel Zuspruch auch für Sorgen, sie könnte zu einer neuen Infektionswelle führen.

Wie kann Protest in Zeiten der Pandemie aussehen? Und wer soll etwaige Auflagen durchsetzen? Zuletzt wurde vielfach der Ruf nach klaren Vorgaben laut. Auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will solche erarbeiten, dazu hat er für Montag zu einem Runden Tisch geladen, an dem Vertreter der Stadt Wien, der Polizei, der Gesundheitsbehörde, des Ministeriums und Demo-Veranstalter teilnehmen werden. Ziel sei, sicherzustellen, dass demonstriert werden kann – aber ein Schutz vor einer Coronavirus-Ausbreitung der Pandemie sichergestellt wird.