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Papamonat

Papa darf nie ohne Baby sein

Der Mann bekommt kein Geld für seinen Papamonat.
Der Mann bekommt kein Geld für seinen Papamonat.imago images/Westend61
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Ist das Kind während der Familienzeit auch nur einen Tag woanders, gibt es gar kein Geld für den Mann.

Wien. In der ersten Instanz hatte der Vater noch recht bekommen. Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) ist aber klar: Der Mann bekommt kein Geld für seinen Papamonat.

An einem 13. Juni war das Kind geboren worden. Vom 14. Juni bis zum 14. Juli wollte der Mann sich dem Papamonat widmen. Kind und Mutter kamen erst am 16. Juni aus dem Spital. Prompt verweigerte die Krankenkasse die Auszahlung des Geldes. Denn dieses gibt es grundsätzlich nur, wenn die Familie vereint im selben Hause ist.

Vor Gericht verlangte der Mann schließlich nur noch Geld für den Zeitraum vom 16. Juni bis zum 14. Juli. Also für die Zeit, in der Mutter, Kind und er zu Hause waren. An sich darf ein Papamonat zwischen 28 und 31 Tagen betragen. Das ginge sich also aus.

Aber wenn man einmal einen Zeitraum beantragt habe, müssten die Voraussetzungen für den Papamonat an jedem einzelnen Tag erfüllt sein, erklärte der OGH (10 ObS 113/19v). Ein anteiliges Geld für den Papamonat gebe es nicht. Der Mann geht leer aus. (aich)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2020)