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Pizzicato

Mander, 's isch högschte Zeit

Das „heilige Land“ Tirol wird durchgerüttelt und durchgeschüttelt - vom Alpen-Ibiza Ischgl bis zum „Luder"-Sager. Allerhöchste Zeit für den obersten Tiroler in der Hofburg in Wien für einen Ordnungsruf.

Hoch oben von den Bergen tönt es als Echo hinunter in die Tiroler Alpentäler – von Ischgl im Paznauntal übers Kaunertal bis hinein ins Osttiroler Vilgratental, ein Donnerhall wie zu Zeiten Andreas Hofers: „Mander, 's isch Zeit.“

Das „Heilige Land“ wurde durchgerüttelt und durchgeschüttelt wie lange nicht. Ischgl avancierte – ganz ohne pikantes Video – zum Alpen-Ibiza im ehedem hintersten Herrgottswinkel. Die Seilbahnbetreiber, die Hoteliers, der Gesundheitslandesrat, der Landeshauptmann-Stellvertreter gerieren sich wie Ureinwohner in Felix Mitterers „Piefke-Saga“. Für ein „ordentliches Mannsbild“ ist eine Umweltaktivistin gleich ein „widerwärtiges Luder“: So flüsterte es der Platter-Vize verschwörerisch und – fast – als Kompliment der grünen Co-Vize zu. Mitterer fällt der Stoff für eine Fortsetzung quasi in den Schoß.

Und der arme Landeshauptmann muss das alles dem Rest Österreichs erklären. Wenn da nicht einer der Ihren in der Hofburg im fernen Wien säße – als Oberhaupt der Republik, mit fein gestutztem Bart und professoralem Gestus, der selbst beim Überschreiten der Sperrstunde naiv-bubenhaften Charme entfaltet. Ein Vermittler, der seine Landsleute zur Ordnung ruft: „Mander, 's isch högschte Zeit, sich an die neue Zeit anzupassen.“ Ob indes die Tiroler Sch'tis die Signale aus Wien vernehmen?