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Staatsoper

Günther Groissböck, der kühne, herrliche Bass

Vor dem noch nicht politisch korrekten Vorhang: Günther Groissböck bei seinem Liederabend in der Wiener Staatsoper.
Vor dem noch nicht politisch korrekten Vorhang: Günther Groissböck bei seinem Liederabend in der Wiener Staatsoper.(c) WIENER STAATSOPER/MICHAEL P�HN (MICHAEL P�HN)
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Das erste Konzert nach dem „Shutdown“ war auch ein Werbefeldzug für die kommende Saison: Günther Groissböck sang neben Schubert und Loewe auch Wagner.

Günther Groissböck geht aufs Ganze. Nicht nur, weil er sein Opernrepertoire in den kommenden Spielzeiten um bedeutende Partien erweitert, sondern weil er auch im Liedgesang gleich das Schwerste wagt – und gewinnt. Schubert dominierte seinen Liederabend vor dem vorschriftsgemäß schütter besetzten Auditorium der Staatsoper (und erfreulicherweise vor dem alten, nicht politisch korrekt übermalten Eisernen Vorhang von Eisenmenger, dessen harmonische Einbindung in Erich Boltensterns Architektur man auf diese Weise einmal wieder bewundern durfte...)

Es waren ja immer wieder die tiefen Stimmen, die zu erfülltem Schubert-Gesang bedeutende Beiträge liefern konnten. Der historischen Wahrheit zum Trotz, dass die meisten Schubertlieder von Tenören uraufgeführt wurden: Die profunde Wirkung einer Bass-Stimme macht vielfach enormen Effekt. Das Aufbegehren von Goethes „Prometheus“ gegen die Götter ist, von Groissböck gesungen, eine Anklage, die eminent gefährliches revolutionäres Potential verrät – und es wahrlich nicht notwendig hätte, dass zwischendurch (außer Programm) Regisseur Uwe Eric Laufenberg Aufmüpfiges von Bert Brecht zum Besten gibt.